
Würdest du für Deutschland kämpfen?
Seit Januar bekommen junge Männer und Frauen Post von der Bundeswehr. In der emotionalen Debatte um den neuen Wehrdienst kommen jene, die es betrifft, kaum zu Wort. Darüber diskutieren wir mit Quentin Gärtner, ehemals Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, dem Autor Artur Weigandt und dem Filmemacher Florian von Stetten.
Seit Januar gilt der neue Wehrdienst. 15 Jahre nach Aussetzen der Wehrpflicht sollen mehr junge Menschen für den Dienst an der Waffe gewonnen werden. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung bleibt im Grundgesetz verankert. Wenn in den kommenden Jahren jedoch Rekruten fehlen, kann nach einem weiteren Gesetzesbeschluss auch die Pflicht greifen, Wehrdienst zu leisten.
Die Zeitenwende wirkt sich in Form des neuen Wehrdienstes nun auch unmittelbar auf die deutsche Gesellschaft aus. Die aber ist sich alles andere als einig darüber, welche Schlüsse aus der veränderten Weltlage gezogen werden sollten.
Während die Debatte hauptsächlich von parteipolitischen Auseinandersetzungen dominiert wird, spielen junge Menschen – diejenigen, die unmittelbar betroffen sind – im öffentlichen Diskurs kaum eine Rolle.
Erst als der neue Wehrdienst beschlossen war, sollten sie Stellung beziehen. Für oder gegen den Dienst an der Waffe? Wer sich mit dieser Frage schwertut, gilt schnell als Träumer und wird der Realitätsverweigerung bezichtigt. Diese Diskussion ist nicht neu und wurde schon in früheren Jahrzehnten rund um Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik und der DDR geführt.
Wie blicken junge Menschen auf die Debatte? Unter welchen Bedingungen wären sie bereit, für Deutschland in den Krieg zu ziehen? Und wie könnte eine Lösung aussehen, die die Gesellschaft als Ganzes in die Pflicht nimmt?
Darüber diskutieren der Autor Artur Weigandt, Quentin Gärtner, ehemals Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, und der Filmemacher Florian von Stetten (zu seiner Dokumentation “Stell dir vor, es ist Krieg …”)
Es moderiert die Journalistin Johanne Bischoff.
Veranstaltung auch in deutscher Gebärdensprache
Anmeldung für Gehörlose erforderlich unter veranstaltungen@koerber-stiftung.de
Quentin Gärtner war bis November 2025 Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz und setzte sich dabei vor allem für eine chancengerechte, zukunftsfähige und demokratische Bildungspolitik ein. In Bezug auf die Wehrdienst-Debatte forderte er mehr Mitsprache für junge Menschen und plädierte für ein Gesellschaftsjahr für alle. Gärtner studiert molekulare Biotechnologie in Heidelberg.
Florian von Stetten studierte Jura und Theaterregie. Nach seiner Theaterzeit wechselte er zum WDR in Köln, wo er als Dokumentarfilmer ausgebildet wurde. In seiner Arbeit beschäftigt er sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Themen. Sein Film „Stell dir vor, es ist Krieg …“ wurde von der Deutschen Akademie für Fernsehen als bester Dokumentarfilm 2023 ausgezeichnet.
Artur Weigandt ist freier Kulturjournalist und Autor. Er schreibt für verschiedene überregionale Medien und beschäftigt sich in Reportagen und Essays vor allem mit Osteuropa, Kriegserfahrungen und Erinnerungskultur. 2025 erschien sein Buch "Für euch würde ich kämpfen. Mein Bruch mit dem Pazifismus", in dem Weigandt, unter anderem nach dem Dolmetschen für ukrainische Soldaten, seine Wandlung vom "Idealisten zum Realisten" beschreibt.
Johanne Bischoff ist Journalistin und Moderatorin. Sie moderiert Veranstaltungen der historisch-politischen Bildung. Seit 2019 arbeitet sie als Reporterin und Redakteurin für die ARD und als freie Autorin für gesellschaftspolitische Themen für das Y-Kollektiv und das ZDF.
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