Dirk von Petersdorff
Foto: Universität Jena

Wie wir unsere Leichtigkeit retten

Ende der 70er-Jahre entstand ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit, das alles durchdrang. Doch seit 2001 verunsichern uns autoritäre Tendenzen und neue Kriege. Wie wir zu einer freien Lebensweise zurückfinden, diskutiert der Journalist Ulrich Kühn mit dem Literaturwissenschaftler Dirk von Petersdorff und dem Publizist Niclas Seydack.

Anmeldung ab 13. Apr 2026 9:00 Uhr
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Mit dem Ende der 70er-Jahre begannen die großen Weltdeutungen zu bröckeln. Es entstand ein Gefühl der Leichtigkeit und Freiheit, das alles durchdrang. Damals wurde nicht nur das Denken unbeschwerter. Es wurden Schuhe mit Luftsohle erfunden, statt Rouladen mit Klößen aß man Salate und Müsli, und Michael Jackson tanzte den Moonwalk.

Auch die Millennials lebten in den ersten Jahren im analogen Bullerbü der 90er-Jahre. Dann folgte das jähe Erwachen: 9/11. Amokläufe an Schulen. Schweigeminuten. Ecstasy als Erziehung der Gefühle. Likes statt Liebesbriefe. Nach unzähligen Praktika endlich die erste Festanstellung. Dann Lockdown.

Seit der Jahrtausendwende haben zunehmende autoritäre Tendenzen und neue Kriege zu einer spürbaren Verunsicherung aller geführt. In dieser Haltlosigkeit suchen wir seitdem nach Orientierung und Zuversicht.

In ihren Büchern schreiben Literaturwissenschaftler Dirk von Petersdorff (Wir Kinder der Leichtigkeit) und Publizist Niclas Seydack (Geile Zeit) von einem Gefühl der Leichtigkeit, das verschwunden zu sein scheint.

Wie wir zu einer freien und unbeschwerten Lebensweise zurückfinden, diskutieren beide mit dem Journalisten Ulrich Kühn.  

In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg. 

  • Niclas Seydack, geboren 1990 an der Ostsee, arbeitet als freier Reporter in München, vor allem für Die Zeit, den Spiegel und das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Er ist Mitautor des Bestsellers „Corona – Geschichte eines angekündigten Sterbens“ (2020) und Teil des Rechercheteams, mit dem Dirk Rossmann seine Klima-Thriller schreibt. 2024 erschien „Geile Zeit“ (Tropen Verlag).

  • Dirk von Petersdorff ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Jena und einer der besten Kenner der deutschsprachigen Lyrik. Zudem ist er Schriftsteller und Lyriker und wurde u.a. mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschien „Wir Kinder der Leichtigkeit. Unsere Geschichte seit den Siebzigern“ (C.H.Beck, 2025).

  • Ulrich Kühn studierte Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und München und promovierte über Verbindungen von Musik und gesprochener Sprache im Theater. Er arbeitete etliche Jahre lang als Autor und Moderator von Musik- und Gesprächssendungen, später als leitender Redakteur für aktuellen Kulturjournalismus. Seit 2015 moderiert Ulrich Kühn die „Herrenhäuser Gespräche“. Darüber hinaus tritt er als Kolumnist der Reihe „NachGedacht“ in Erscheinung. Beim NDR leitet er die Abteilung Kunst und Kulturjournalismus.

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