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Silicon Valley schreibt Geschichte: Quellcode

Um das Silicon Valley, Hightech-Standort der Welt, ranken sich noch immer zahlreiche Legenden. Doch waren die Hippie-Anfänge je mehr als ein Mythos? Der Soziologe Oliver Nachtwey beleuchtet im Gespräch mit der Journalistin Christine Watty die Verflechtung von kalifornischem Traum, kybernetischem Denken und aktueller politischer Agenda.

Anmeldung ab 23. Feb 2026 9:00 Uhr

Die Reihe Silicon Valley schreibt Geschichte erkundet Ursprung, Glaubenssysteme und Revisionen der Tech-Elite. Zum Auftakt rekonstruiert der Soziologe Oliver Nachtwey gemeinsam mit Christine Watty vom Tech Bro Topia-Podcast die geistige Genealogie dieser Ideologie: von der Gegenkultur der 1960er Jahre bis zum Schulterschluss mit den globalen Rechten.

Das Silicon Valley gilt bis heute als mythischer Ursprungsort digitaler Innovation und unternehmerischer Kreativität. Zugleich hat es sich zum ideologischen Zentrum einer neuen politischen und ökonomischen Ordnung verdichtet. Einer Ordnung, in der Freiheitsversprechen, technologische Macht und autoritäre Sehnsüchte auf eigentümliche Weise ineinandergreifen.

Nachtwey und Watty richten ihren Blick auf den Quellcode des Silicon Valley: auf jene paradoxe Allianz aus utopischem Freiheitsglauben, Selbstverwirklichungsfantasien und militärisch-industrieller Förderung.

Zwischen Hippie-Kommunen, kybernetischem Denken und staatlicher Forschung entstand eine Denkfigur, in der Disruption, Markt und Macht untrennbar miteinander verwoben waren. Wie konnte aus der Erzählung vom rebellischen Silicon Valley eine politische Formation werden, in der technologische Freiheit und libertärer Autoritarismus kaum mehr zu unterscheiden sind?

  • Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel. Er forscht zu Modernisierung, Arbeit und sozialen Konflikten, sowie jüngst zu Folgen der Digitalisierung. Seine Bücher «Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne» und «Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus» (mit Carolin Amlinger) erhielten mehrere Auszeichnungen.

  • Christine Watty ist Journalistin in Berlin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Digitales. Nach Jahren als freie Autorin und Moderatorin arbeitet sie seit 2016 bei Deutschlandfunk Kultur. Dort leitet sie das Popkulturmagazin „Kompressor“ und entwickelt Podcastformate wie „Lakonisch Elegant“ und „Tech-Bro-Topia“.

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