
Silicon Valley schreibt Geschichte: Quellcode
Um das Silicon Valley, Hightech-Standort der Welt, ranken sich noch immer zahlreiche Legenden. Doch waren die Hippie-Anfänge je mehr als ein Mythos? Der Digitalexperte Christian Stöcker beleuchtet mit der Journalistin Christine Watty die Verflechtung von kalifornischem Traum, kybernetischem Denken und aktueller politischer Agenda.
Die Reihe Silicon Valley schreibt Geschichte erkundet Ursprung, Glaubenssysteme und Revisionen der Tech-Elite. Zum Auftakt rekonstruiert Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation, gemeinsam mit Christine Watty vom Tech Bro Topia-Podcast, die geistige Genealogie dieser Ideologie: von der Gegenkultur der 1960er Jahre bis zum Schulterschluss mit den globalen Rechten.
Das Silicon Valley gilt bis heute als mythischer Ursprungsort digitaler Innovation und unternehmerischer Kreativität. Zugleich hat es sich zum ideologischen Zentrum einer neuen politischen und ökonomischen Ordnung verdichtet. Einer Ordnung, in der Freiheitsversprechen, technologische Macht und autoritäre Sehnsüchte auf eigentümliche Weise ineinandergreifen.
Christine Watty und Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation, richten ihren Blick auf den Quellcode des Silicon Valley: auf jene paradoxe Allianz aus utopischem Freiheitsglauben, Selbstverwirklichungsfantasien und militärisch-industrieller Förderung.
Zwischen Hippie-Kommunen, kybernetischem Denken und staatlicher Forschung entstand eine Denkfigur, in der Disruption, Markt und Macht untrennbar miteinander verwoben waren. Wie konnte aus der Erzählung vom rebellischen Silicon Valley eine politische Formation werden, in der technologische Freiheit und libertärer Autoritarismus kaum mehr zu unterscheiden sind?
Christian Stöcker ist deutscher Journalist und Professor für Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg. Als Spiegel-Kolumnist analysiert er Tech-Themen, Klimafragen und machtpolitische Konstellationen. Ideologiekritisch blickt er dabei auf die libertäre Tech-Oligarchien und ihren Einfluss auf Demokratie und Gesellschaft.
Christine Watty ist Journalistin in Berlin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Digitales. Nach Jahren als freie Autorin und Moderatorin arbeitet sie seit 2016 bei Deutschlandfunk Kultur. Dort leitet sie das Popkulturmagazin „Kompressor“ und entwickelt Podcastformate wie „Lakonisch Elegant“ und „Tech-Bro-Topia“.
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