Happy Nowruz

Bild: Nazanin Hafez

Tage des Exils Frankfurt

Vom 20. August bis 6. September 2026 finden zum zweiten Mal die Tage des Exils in Frankfurt am Main statt, in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek. In 50 Veranstaltungen in der ganzen Stadt laden Theater, Kinos, Museen, private Initiativen und Vereine, städtische Einrichtungen und Stiftungen dazu ein, sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Exil auseinanderzusetzen. Das facettenreiche Programm macht Frankfurt als Ort der Erinnerung und der Verständigung über Verfolgung, Flucht und Exil in Gegenwart und Vergangenheit an insgesamt 26 Orten erfahrbar.

Die Schirmherrin der Tage des Exils ist Dr. Irina Scherbakowa, die Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, die 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Unser Kooperationspartner

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek

Als Teil des kulturellen Gedächtnisses Deutschlands sammelt, dokumentiert und archiviert die Deutsche Nationalbibliothek alle Medienwerke in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in gedruckter und digitaler Form in und über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden. Mit ca. 56 Millionen Medieneinheiten ist sie dabei die größte Bibliothek Deutschlands. Sie verfügt mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum über wertvolle und reichhaltige Spezialsammlungen. Ihre Bestände und Dienstleistungen bietet sie in den Lesesälen in Leipzig und Frankfurt am Main und, soweit rechtlich möglich, weltweit in digitaler Form an. Die Deutsche Nationalbibliothek versteht sich als Wissenschafts-, Bildungs- und Kultureinrichtung und bietet an ihren Standorten ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Führungen und Bildungsangeboten.

Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek ist ein Ort der Auseinandersetzung mit den Themen Exil und Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus. Die umfangreiche Sammlung umfasst Zeugnisse dieses Exils: Publikationen, institutionelle und persönliche Nachlässe. Die Gründung des Exilarchivs wurde von Exilierten selbst mitinitiiert, die darin ein Instrument der politischen Aufklärung sahen. Auch deshalb hat die kulturelle Vermittlungsarbeit einen besonderen Stellenwert: Durch Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen wird die Vielschichtigkeit des Exils vermittelt und damit ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur geleistet.

Die Schirmherrin Irina Scherbakowa

Dr. Irina Scherbakowa ist Gründungsmitglied der NGO MEMORIAL, die 2022 vom Obersten Gerichtshof Russlands aufgelöst wurde und im selben Jahr den Friedensnobelpreis erhielt. Seit Sommer 2022 lebt die promovierte Germanistin, Übersetzerin und Historikerin im deutschen Exil und setzt als Vorstandsvorsitzende des Vereins Zukunft MEMORIAL die Arbeit fort.

Irina Scherbakowa
Irina Scherbakowa Foto und © IMAGO teutopress

Das Key Visual der Künstlerin Nazanin Hafez

Happy Nowruz
Happy Nowruz © Nazanin Hafez

Das Key Visual der Tage des Exils Frankfurt 2026 stammt von Nazanin Hafez, einer iranischen Künstlerin, die derzeit in Deutschland lebt und arbeitet. Aufgewachsen in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten, entwickelte sie eine besondere Sensibilität für Machtstrukturen, Kontrollmechanismen und Zensur, sowie für die subtilen Formen von Gewalt im Alltag. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich kritisch mit sozialer und politischer Ungerechtigkeit auseinander und versucht, Räume für die Reflexion über Trauma und Widerstand zu schaffen. Sie wurde 2026 als „Foam Talent“ ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen umfassen den Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrot Stiftung, den Residency Prize Schloss Balmoral sowie den Prix de la Photographie Clervaux. Ihre Werke sind Teil der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang.

Hafez’ Werk „Happy Nowruz“ symbolisiert zerstörte und fragmentierte Erinnerungen, die Spuren hinterlassen, welche zugleich verschwinden und neu entstehen. Wo Gedächtnis versiegt, werden Bilder zu Trägern von Verlust, Trauma und Vorstellung. Die Zerbrechlichkeit des Erinnerns zeigt, wie Gewalt, Informationsflut und digitale Abschottung das Leben im Exil durchdringen und Erinnerungen verletzlich machen.

Nazanin Hafez
Nazanin Hafez Foto und © Badoor Jbara

Die Kulturpartner

Der Radiosender hr2-kultur und die Nachrichtenplattform Amal News (Frankfurt) begleiten die Tage des Exils Frankfurt als Kulturpartner.

Die Veranstaltungen

Das Programmheft

Tage des Exils Frankfurt: Das Programmheft zum Download