Foto: Claudia Höhne

Ohr zur Welt: NARA

Die Jazz- und Weltmusiker des Urban-Jazz-Ensembles NARA verknüpfen mit der türkischen Sängerin Merve Akyıldız die musikalischen Wurzeln Anatoliens und des Balkans mit Energien des modernen Jazz. Aus traditionellen Melodien, Eigenkompositionen und Improvisationen entsteht ein Sound, der Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt.

NARA versteht sich als transkulturelles Urban-Jazz-Projekt, das Herkunft nicht konserviert, sondern transformiert – lebendig, dialogisch und offen für das Unvorhersehbare.

Die Sängerin Merve Akyıldız ist in Izmir geboren und studierte zunächst klassisches Klavier in Antalya. Ihre musikalische Prägung ging jedoch weit darüber hinaus: Traditionelle Klänge und Rhythmen mazedonischer und türkischer Volksmusik sowie elektronische Popmusik prägen ihre außergewöhnliche stilistische Bandbreite.

NARA steht für eine zeitgenössische musikalische Sprache, die in den Traditionen Anatoliens, des Balkans und des östlichen Mittelmeerraums verwurzelt ist – und zugleich konsequent in die Gegenwart weist. Die Band verbindet Tradition mit der Ästhetik des modernen Jazz – mit Improvisation, harmonischer Offenheit, urbanen Grooves und individuellen Klangfarben. Dabei entstehen eigenständige Arrangements traditioneller Stücke und eigene Kompositionen, die folkloristische Elemente neu denken.

Es moderierte Bahar Roshanai, Körber-Stiftung.

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Ohr zur Welt: NARA feat. Merve Akyıldız

Impressionen

  • Fotos: Claudia Höhne

NARA

Foto: Thomas Nitz

Merve Akyıldız, geboren in Izmir, ist Pianistin, Sängerin und Komponistin mit Wurzeln in klassischer, Balkan- und Jazzmusik. Sie studierte Klavier am Staatlichen Konservatorium in Antalya und wurde mehrfach ausgezeichnet. Seit 2018 leitet sie ihr eigenes World Music Project, tritt als Solistin mit dem Babylon Orchestra auf und lebt als Musikerin in Berlin.

Der Bassist Tim Kleinsorge ist seit seiner frühen Kindheit von Klang und Rhythmus fasziniert. Mit seiner Coolness, Spielfreude und einem runden, fetten Ton ist er seit fast zwei Jahrzehnten fester Bestandteil verschiedener Projekte in der deutschen Jazzszene.

Der Schlagzeuger Martin Krümmling überzeugt durch seine offene Klangästhetik und seinen vielschichtigen und unverwechselbaren Sounds. Er ist ein gefragter Sideman in Bands verschiedenster Stilrichtungen – von modernem Jazz mit türkischen Texten im Quartett von Defne Sahin bis hin zu Songwriter-Pop und Rockmusik in der Band von Lasse Matthiessen oder experimentelleren Projekten wie Anna Webbers percussive mechanics septet.

Der Trompeter Marcus Rust widmet sich in seinem musikalischen Leben der Verbindung von ethnischer Musik mit Jazz und Improvisation. Diese Integration von Klängen prägt auch seine Arbeit mit dem Kirchenorganisten Christian Grosch im Duo ZIA und mit seiner Band MASAA. Für die kreative und unorthodoxe Verschmelzung von arabischem Gesang mit Elementen des modernen Jazz wurde MASAA 2022 mit dem deutschen Jazzpreis ausgezeichnet.

Nach Abschluss seines Studiums entschied sich der Pianist Daniel Stawinski für ein Leben in Paris, wo er neue Herausforderungen und Perspektiven suchte, insbesondere in der lateinamerikanischen und afrikanischen Musikszene. Zurück in Berlin gründete er das Kammerjazz Kollektiv und das Masnavi Duo, zwei bahnbrechende Projekte, die neue musikalische Territorien zwischen modernem Jazz und klassischer europäischer und persischer Musiktradition erforschen.