Alle Preisträger:innen

Von 1985 bis 2004 wurde der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft an europäische Forscher-Teams vergeben. Bis dahin stand die Förderung einer grenzüberschreitenden Wissenschaft im Vordergrund. Im heutigen Forschungsalltag ist die internationale Zusammenarbeit zur Selbstverständlichkeit geworden.

Seit 2005 erhält eine einzelne Spitzenwissenschaftlerin oder ein einzelner Spitzenwissenschaftler, die/der in Europa in den Life Sciences oder Physical Sciences forscht, den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.

„Das Preisgeld erlaubte es, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und kurzfristiger Wettervorhersage zu schließen, ein gewaltiger Erfolg für die angewandte Klimaforschung.“

Klaus Hasselmann

Klimaforscher, Körber-Preisträger 1990 und Nobelpreisträger für Physik 2021

Clare Grey (2021): Neue Batterien für mehr Klimaschutz

Neue Batterien für mehr Klimaschutz

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2021 geht an Clare Grey. Die britische Chemikerin arbeitet an der Optimierung schnellladender und sicherer Batterien.

Botond Roska (2020): Neues Sehen für Erblindete

Der ungarische Mediziner Botond Roska hat sich zum Ziel gesetzt, Erblindeten das Augenlicht zurückzugeben. Roska hat die etwa hundert unterschiedlichen Zelltypen in der Retina aufgespürt und ihr Zusammenspiel ergründet. Nun arbeitet der Wissenschaftler daran, diese grundlegenden Einsichten für Patient:innen zu nutzen und deren Erkrankungen zu lindern oder zu heilen. Ein Durchbruch gelang Roska, als er einen Zelltyp im Auge so umprogrammierte, dass dieser die Funktion von defekten Lichtrezeptor-Zellen übernehmen konnte. Blinde Netzhäute konnte er damit wieder lichtempfindlich machen. Die klinische Erprobung bei blinden Menschen hat bereits begonnen.

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„Wir führen Grundlagenforschung und Medizin zusammen und entwickeln so neue Behandlungsmethoden. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass blinde Menschen ihre Sehkraft zurückgewinnen.“

Botond Roska

Botond Roska studierte zunächst Cello an der Musikakademie in Budapest, musste seine Musikerkarriere aber wegen einer Verletzung aufgeben und absolvierte im Anschluss ein Medizin- und Mathematikstudium. Zusammen mit Professor Hendrik Scholl wurde er im Dezember 2017 Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie der Universität Basel, IOB.

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Broschüre für den Körber-Preis 2020: Neues Sehen für Erblindete

Bernhard Schölkopf (2019): Die Rechentricks der Künstlichen Intelligenz

Bernhard Schölkopf hat mathematische Verfahren entwickelt, die maßgeblich dazu beitrugen, der Künstlichen Intelligenz zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen. Schölkopf und sein Team erforschen Algorithmen, mit denen Computerprogramme flexibel auf Situationen reagieren können, zum Beispiel für selbstfahrende Autos. Er hat zentrale Methoden für das maschinelle Lernen etabliert, von denen Anwendungen in der Biologie, der Medizin, den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und zahlreichen anderen Feldern profitieren.

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„Zukünftige KI-Systeme sollten auch Kausalität verstehen: Denken ist laut Konrad Lorenz nichts anderes als Handeln im vorgestellten Raum. Die Repräsentationen, die wir lernen, sollten also ein Verständnis abbilden, wie die Welt auf unser Handeln reagiert – dies geht über die statistischen Methoden hinaus, die den derzeitigen Methoden zugrunde liegen.“

Bernhard Schölkopf

Schölkopf ist Direktor am Max-Planck-Institut für intelligente Systeme in Tübingen und Mitbegründer des dortigen Cyber Valley, einem Kompetenzzentrum, das Deutschland in der internationalen KI-Konkurrenz zu einer Spitzenstellung verhelfen soll.

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Broschüre für den Körber-Preis 2019: Die Rechentricks der Künstlichen Intelligenz

Svante Pääbo (2018): Die Gene der Neandertaler

Svante Pääbo wird ausgezeichnet für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Paläogenetik, als deren Begründer er gilt. Zu Pääbos bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbrüchen zählt die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms. Seine Arbeiten haben unser Verständnis der Evolutionsgeschichte der modernen Menschen revolutioniert. Denn sie trugen wesentlich zu der Erkenntnis bei, dass Neandertaler und andere ausgestorbene menschliche Gruppen einen Beitrag zur Abstammung der heutigen Menschen geleistet haben.

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„Neandertaler sind die engsten Verwandten des Menschen. Vergleiche ihres Erbguts mit dem heutigen Menschen sowie anderer Urmenschen und Schimpansen liefern exakte molekularbiologische Antworten auf Grundfragen unserer evolutionären Herkunft.“

Svante Pääbo

Svante Pääbo studierte an der Universität Uppsala Ägyptologie und Medizin. Als Doktorand – er promovierte in Immunologie – wies er außerdem nach, dass DNA in altägyptischen Mumien überdauern kann, und erlangte so fachlichen Ruhm als Pionier des neuen Forschungsgebietes der Paläogenetik. Nach seiner Promotion arbeitete Pääbo im Team des Evolutionsbiologen Allan Wilson an der University of California in Berkeley. Ab 1990 leitete er ein eigenes Labor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 wechselte Pääbo als einer von fünf Direktoren an das neu gegründete Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, wo er bis heute tätig ist.

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Broschüre für den Körber-Preis 2018: Die Gene der Neandertaler

Karsten Danzmann (2017): Schwerkraftsignale auf den Tiefen des Alls

Der deutsche Physiker und sein Team entwickelten die Schlüsseltechnologien, darunter hochpräzise Laser, mit denen Detektoren in den USA 2015 erstmals direkt Gravitationswellen nachweisen konnten. Damit haben Astronom:innen buchstäblich ein neues Fenster zum Kosmos aufgestoßen, denn bislang konnten sie das Weltall nur mithilfe elektromagnetischer Wellen erforschen –Licht, Radio-, Röntgen- oder Gammastrahlung. Mit den Mitteln des Körber-Preises will Danzmann unter anderem die Lasertechnik für erdgestützte Detektoren weiter verfeinern.

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„Die Gravitationswellen-Forschung verspricht schon allein deshalb viele grundlegend neue Erkenntnisse, weil 99 Prozent des Universums dunkel sind und bislang kaum untersucht werden konnten.“

Karsten Danzmann

Karsten Danzmann ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik. Parallel dazu lehrt er seit 1993 als Professor an der Leibniz-Universität Hannover und leitet dort das Institut für Gravitationsphysik.

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Broschüre für den Körber-Preis 2017: Schwerkraftsignale aus den Tiefen des Alls

Hans Clevers (2016): Ersatzorgane aus der Petrischale

Der niederländische Biologe und Mediziner Hans Clevers erforscht schwerpunktmäßig adulte Stammzellen, die geschädigtes Körpergewebe reparieren können. 2009 entwickelte er eine Methode, entnommene Stammzellen praktisch unbegrenzt zu vermehren. Damit lassen sich in der Petrischale Organoide züchten – etwa winzige Därme, Mägen und Lebern. Diese Mini-Organe eignen sich nicht nur zum Testen von Medikamenten, was künftig weniger Tierversuche erforderlich macht, sondern auch als Ersatz für erkrankte Organe. 2013 gelang es dem Preisträger, Stammzellen aus dem Darm von Patienten mit der Erbkrankheit Mukoviszidose in vitro gentechnisch zu reparieren und anschließend zu gesunden Organoiden zu vermehren. Mit den Mitteln des Körber-Preises hofft Clevers Patienten mit Erbdefekten der Leber gentherapeutisch von ihren Leiden befreien zu können.

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„Statt einen Darmkrebs-Patienten mit einer unspezifischen Chemotherapie zu traktieren, können wir ihm ein Mittel verabreichen, auf das seine im Labor getesteten Tumor-Organoide besonders gut angesprochen haben.“

Hans Clevers

Hans Clevers studierte Biologie und Medizin und promovierte 1985 an der Universität Utrecht in Immunologie. Von 1991 bis 2002 lehrte er Immunologie, ab 2002 Molekulargenetik. Parallel dazu war er von 2012 bis 2015 Präsident der Niederländischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2015 leitet Clevers die Forschungsabteilung des Utrechter Princess Máxima Center – einer neuen Klinik zur Behandlung krebskranker Kinder.

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Broschüre für den Körber-Preis 2016: Ersatzorgane aus der Petrischale

Nicola Spaldin (2015): Aufbruch ins Oxid-Zeitalter

Die britische Materialforscherin Nicola Spaldin hat die theoretischen Grundlagen für die neuartige Stoffklasse der Multiferroika gelegt. Das sind kristalline chemische Verbindungen, die sowohl auf elektrische als auch auf magnetische Felder reagieren. Zudem lässt sich die magnetische Ordnung in diesen Kristallen mit Hilfe elektrischer Felder beeinflussen. Damit sind Multiferroika prädestiniert für ultraschnelle, extrem kleine und sehr energieeffiziente Computer der Zukunft. Multiferroika sind Verbindungen von Metallen und Sauerstoff und könnten irgendwann das Silizium in den Chips ersetzen, dem die heutigen PCs und Smartphones ihre Rechenfähigkeit verdanken.

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„In unserer Forschung wollen wir Material schaffen, das sowohl gute magnetische wie gute ferroelektrische Eigenschaften besitzt.“

Nicola Spaldin

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der University of California in Berkeley untersuchte Nicola Spaldin Materialien auf atomarer und molekularer Basis, hauptsächlich Halbleiter und magnetische Stoffe, und befasste sich dabei zunehmend auch mit physikalischen Fragestellungen, so dass sie als Postdoc in die Abteilung für angewandte Physik an der Yale University wechselte. Nachdem sie als ordentliche Professorin von 2006 bis 2010 an der University of California in Santa Barbara tätig war, folgte Nicola Spaldin dem Ruf der ETH Zürich, wo sie bis heute in der Abteilung für Materialforschung forscht und lehrt.

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Broschüre für den Körber-Preis 2015: Aufbruch ins Oxid-Zeitalter

May-Britt und Edvard Moser (2014): Das Navigationssystem des Gehirns

Das norwegische Forscher-Ehepaar wurde für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Hirnforschung ausgezeichnet. May-Britt und Edvard Moser entdeckten bei Experimenten mit Ratten spezielle Neuronen – sogenannte Rasterzellen – die den Tieren eine genaue Orientierung im Raum ermöglichen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten Alzheimer-Patient:innen eines Tages helfen, ihren eingeschränkten Orientierungssinn zu verbessern.

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„Der Mensch speichert nicht nur mentale Landkarten, auch Erinnerungen an tagtägliche Geschehnisse werden stets zusammen mit der Information, an welchem Ort sie stattfanden, gespeichert.“

May-Britt Moser

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Broschüre für den Körber-Preis 2014: Das Navigationssystems des Gehirns

Immanuel Bloch (2013): Quantengas im Laserkäfig

Der deutsche Physiker Immanuel Bloch wurde für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Quantensimulation mit ultrakalten Atomen ausgezeichnet. Bloch erzeugt einen mikroskopischen „Lichtkristall“ aus Laserstrahlen, in dessen „optischen Käfigen“ ultrakalte Atome eingefangen werden. Mit diesem „Quantensimulator“ lassen sich theoretische Modelle über den Aufbau von Festkörpern – feste Materialien wie Metalle oder Keramiken – genau überprüfen. Er ermöglicht außerdem Experimente unter extremen, bisher im Labor nicht erreichbaren Bedingungen. Diese Erkenntnisse können künftig helfen, Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften zu entwickeln – etwa neue Supraleiter, die Strom verlustfrei leiten können.

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„Wir möchten verstehen, wie Materie auf der Quantenebene funktioniert, und uns dadurch die Möglichkeit schaffen, ungeahntes Material zu erzeugen, zum Beispiel eines, das reibungslos Strom leitet, ohne Verluste.“

Immanuel Bloch

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Broschüre für den Körber-Preis 2013: Quantengas im Laserkäfig

Matthias Mann (2012): Rasterfahndung nach Proteinen

Der deutsche Physiker und Bioinformatiker Matthias Mann hat sich zum Ziel gesetzt, den Code des Proteoms – das sind sämtliche Eiweiße im menschlichen Körper – zu knacken. Mann entwickelte ein bahnbrechendes Analyseverfahren, das die bereits seit Jahrzehnten in Physik und Chemie bewährten Massenspektrometer nun auch für Biologen nutzbar macht. Damit ist es möglich, sämtliche in einer Zelle enthaltenen Proteine gleichsam auf einen Schlag zu analysieren, und dies nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ. Bereits 2008 gelang es Mann, erstmals ein komplettes Proteom zu entschlüsseln – das der Hefezelle. Nun hat sich sein Team das menschliche Proteom vor-genommen. Die Forschungsarbeiten versprechen grundlegende Erkenntnisse im Kampf gegen Diabetes und Krebs.

Foto: Friedrun Reinhold

„Es gibt über 200 000 unterschiedliche Proteine im menschlichen Körper. Zusammen sind sie gleichsam die Essenz des Lebens.“

Matthias Mann

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Broschüre für den Körber-Preis 2012: Rasterfahndung nach Proteinen

Stefan Hell (2011): Lichtblicke in die Nano-Welt

Der deutsche Physiker Stefan Hell konstruierte ein neuartiges Lichtmikroskop, das deutlich schärfer sehen kann, als es das zuvor als kaum überwindbar geltende Abbe’sche Gesetz aus dem Jahre 1873 „erlaubt“. Ernst Abbe hielt die Lichtwellenlänge für eine natürliche Grenze der optischen Auflösung: Strukturen unterhalb 200 Nanometer, der halben Wellen länge blauen Lichts, können Abbe zufolge mit optischen Mikroskopen nicht mehrunterschieden werden. Doch Hell fand – mit quantenmechanischen Tricks – einen Weg, die Abbe-Grenze auszuhebeln. Die von ihm entwickelten STED-Mikroskope erlauben Auflösungen von bis unter 15 Nanometer. Hells Erkenntnisse geben nicht nur der Physikeinen Schub, sondern eröffnen auch Lebenswissenschaftlern wie Biologen ungeahnte optische Nano-Perspektiven.

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„Der Clou meines Verfahrens besteht darin, Moleküle mit Quanten-Methoden gezielt ein- und auszuschalten. Dann muss ich mich um Abbes Wellen gar nicht mehr kümmern.“

Stefan Hell

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Stefan Hell – Körber-Preisträger 2011
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Broschüre für den Körber-Preis 2011: Lichtblicke in die Nano-Welt

Jiří Friml (2010): Auxin – Einsicht ins Pflanzenwachstum

Woher weiß eine Pflanze an welcher Stelle sie Blätter, Stängel und Wurzeln bilden muss? Und wie passt sie ihr Wachstum an veränderte Umweltbedingungen an? Der Molekularbiologe und Biochemiker Jiří Friml erforscht die genetischen, molekularen und zellbiologischen Prozesse, die die Entwicklung von Pflanzen steuern. Im Mittelpunkt von Frimls Forschung steht das Wachstumshormon Auxin, dessen Verteilung reguliert, wo bei einer Pflanze oben und unten ist, wie stark sie in welche Richtung wächst und wo welche Organe angelegt werden. Frimls Erkenntnisse über die Auxinverteilung und Signalwege zwischen Pflanzenzellen gelten als Meilenstein nicht nur zum Verständnis zahlreicher physiologischer Prozesse in der Pflanze, sondern auch für die agrarwissenschaftliche und medizinische Forschung. Etwa wenn es darum geht, das Pflanzenwachstum gezielt zu steuern, um Nährstoffe im Boden besser ausschöpfen zu können. Oder darum, tiefere Einblicke in die grundlegenden Prozesse der Zellteilung und -spezialisierung zu gewinnen.

Foto: Friedrun Reinhold

„Wenn wir die Mechanismen in Pflanzen verstanden haben, lassen sich die Teile dieses Wissens auch auf menschliche Zellen übertragen.“

Jiří Friml

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Broschüre für den Körber-Preis 2010: Auxin – Einsicht ins Pflanzenwachstum

Andre Geim (2009): Graphen, das dünnste Material im Universum

Andre Geim entdeckte im Oktober 2004 einen Stoff, den es, wie Forscher zuvor lange glaubten, gar nicht geben könne: ultraflache Kristalle aus nur einer Lage von Kohlenstoffatomen. Diese „zweidimensionalen“ Kristalle namens Graphen stecken voller Überraschungen. Sie sind hart wie Diamant, aber dennoch biegsam. Sie leiten elektrischen Strom besser und schneller als die meisten anderen Materialien – und versprechen die Mikroelektronik sowie Computertechnik zu revolutionieren.

Foto: Friedrun Reinhold

„Materialien wie dieses waren bislang unbekannt. Forscher:innen hatten sogar geglaubt, sie könnten gar nicht existieren.“

Andre Geim

Körber-Preis 2009 für Andre Geim

Broschüre für den Körber-Preis 2009: Graphen, das dünnste Material im Universum

Maria Blasco (2008): Medikamente gegen Krebs und das Altern

Wie und warum altern wir und weshalb erkranken so viele Menschen im Alter an Krebs? Die Molekularbiologin Maria Blasco erforscht Telomere, die Endstücke von Chromosomen, sowie Telomerase, ein Telomere verlängerndes Enzym. Ihre Arbeiten versprechen langfristig die Entwicklung von Medikamenten gegen Alterssymptome und Krebs.

Foto: Friedrun Reinhold

„Das beste Mittel, alt zu werden, ist, keinen Krebs zu bekommen.“

Maria Blasco

Körber-Preis 2008 für Maria Blasco

Broschüre für den Körber-Preis 2008: Medikamente gegen Krebs und das Altern

Peter Seeberger (2007): Kohlenhydratimpfstoffen gegen Tropenkrankheiten

Trotz intensiver Bemühungen ist es Medizinern bislang noch nicht gelungen, Impfstoffe gegen Malaria und Aids zu entwickeln. Peter Seeberger hat eine Maschine entwickelt, die Krankheitserreger auf neuartige Weise attackiert: Der vollautomatische Zucker-Synthesizer stellt aus einzelnen Bausteinen synthetische Zuckerketten her, die denen auf den Erregern gleichen und sich bei Versuchen mit Mäusen bereits als wirksame Impfstoff-Kandidaten erwiesen haben.

Foto: Friedrun Reinhold

„Ich glaube, die Zuckerforschung wird in den nächsten Jahren explodieren – so wie die Genetik in den 1970er Jahren.“

Peter Seeberger

Peter Seeberger – Körber-Preisträger 2007

Broschüre für den Körber-Preis 2007: Automatische Synthese von Kohlenhydratimpfstoffen gegen Tropenkrankheiten

Ulrich F. Hartl (2006): Chaperone der Proteinfaltung

Im viktorianischen und wilhelminischen Zeitalter sorgten die chaperones oder Anstandsdamen für Sitte und Ordnung. In der Wissenschaft dagegen sind als Chaperone bezeichnete Proteine mittlerweile zu einem Forschungsfeld avanciert, das nicht mehr wegzudenken ist. Dank der grundlegenden Entdeckungen des Mediziners und Biochemikers Ulrich F. Hartl lassen sich mit ihnen in einigen Jahren womöglich nicht nur Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington erfolgreich behandeln – selbst den Alterungsprozess scheinen die molekularen Anstandsdamen verlangsamen zu können.

Foto: Friedrun Reinhold

„Das wäre mein Traum, wenn wir mit unserer Arbeit vielleicht ein wenigdazu beitragen könnten, die Lebensqualität im Alter zu verbessern.“

Ulrich Hartl

Franz-Ulrich Hartl – Körber-Preisträger 2006

Broschüre für den Körber-Preis 2006: Chaperone der Proteinfaltung in Biotechnologie und Medizin

Philip Russell (2005): Mit Licht auf neuen Wegen

Dank eines genialen Einfalles gelang es Philip Russell, dem altgedienten Glasfaserkabel völlig neue Eigenschaften zu verleihen. In den nur haardünnen Fasern lassen sich nicht nur Daten mit Licht übertragen. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt: Mini-Laser mit beliebigen Lichtfarben, der Nachweis winziger Substanzmengen in Gasen oder die kontinuierliche Messung des Blutzuckerspiegels beim Menschen.

Foto: Friedrun Reinhold

„Zum Ende der 1980er Jahre war die Glasfaseroptik für mich sehr langweilig geworden…Alles funktionierte sehr gut, doch es gab kaum neue Physik darin, es war wissenschaftlich wenig aufregend.“

Philip Russell

Philip Russell – Körber-Preisträger 2005

Broschüre für den Körber-Preis 2005: Mit Licht auf neuen Wegen

Preisträger:innen 1985 bis 2004

2004 - Therapien für eine neue Gruppe von Erbleiden
Markus Aebi, Thierry Hennet, Jaak Jaeken, Ludwig Lehle, Gert Matthijs, Kurt von Figura
2003 - Ein mit Licht betriebener molekülgroßer Motor
Ben L. Feringa, Martin Möller, Justin Molloy, Niek F. van Hulst
2002 - Narbenlose Wundheilung durch Tissue Engineering
Mark W. J. Ferguson, Jeffrey A. Hubbell, Cay M. Kielty, Björn Stark, Michael G. Walker
2001 - Optimierte Nutzpflanzen dank Gentechnik
Wolf-Bernd Frommer, Rainer Hedrich, Enrico Martinoia, Dale Sanders, Norbert Sauer
2000 - Gestaltwahrnehmung in der Technik mit Erkenntnissen aus der Natur
Rodney Douglas, Amiram Grinvald, Randolf Menzel, Wolf Singer, Christoph von der Malsburg
1999 - Hoch fliegende Plattformen für Telekommunikation
Bernd Kröplin, Per Lindstrand, John Adrian Pyle, Michael André Rehmet
1998 - Elektronische Mikronasen für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz
Henry Baltes, Wolfgang Göpel, Massimo Rudan
1998 - Kernspintomographie mit Helium-3 – Neue Wege in der Lungendiagnostik
Werner Heil, Michèle Leduc, Ernst W. Otten, Manfred Thelen
1997 - Mausmutanten als Modelle für die klinische Forschung
Pawel Kisielow, Klaus Rajewsky, Harald von Boehmer
1996 - Computergesteuerte Gestaltung von Werkstoffen
Michael Ashby, Yves Bréchet, Michel Rappaz
1996 - Lebensraum tropische Baumkronen
Pierre Charles-Dominique, Antoine Cleef, Gerhard Gottsberger, Bert Hölldobler, Karl E. Linsenmair, Ulrich Lüttge
1995 - Gensonden in Umweltforschung und Medizin
Rudolf Amann, Erik C. Böttger, Ulf B. Göbel, Bo Barker Jørgensen, Niels Peter Revsbech, Karl-Heinz Schleifer,Jiri Wanner
1994 - Moderne Pflanzenzüchtung – Von der Zelle zur Pflanze
Dénes Dudits, Dirk Inzé, Anne Marie Lambert, Horst Lörz
1993 - Bionik des Laufens – Technische Umsetzung biologischen Wissens
Felix Chernousko, François Clarac, Holk Cruse, Friedrich Pfeiffer
1992 - Ausbreitung und Wandlung von Verunreinigungen im Grundwasser
Philippe Behra, Wolfgang Kinzelbach, Ludwig Luckner, René P. Schwarzenbach, Laura Sigg
1991 - Erkennung und Verhütung von Krebserkrankungen durch Umweltchemikalien
Lars Ehrenberg, Dietrich Henschler, Werner Lutz, Hans-Günter Neumann
1990 - Vorhersage kurzfristiger Klimaveränderungen
Lennart Bengtsson, Bert Bolin, Klaus Hasselmann
1989 - Wirkstoffe pflanzlicher Zellkulturen
Christian Brunold, Yury Y. Gleba, Lutz Nover, J. David Phillipson, Elmar W. Weiler, Meinhart H. Zenk
1988 - Erweiterung des Hamburger Pyrolyseverfahrens zur Vernichtung auch toxischer Abfallstoffe
Alfons Buekens, Vasilij Dragalov, Walter Kaminsky, Hansjörg Sinn
1987 - Erzeugung von Ultratieftemperaturen
Riitta Hari, Matti Krusius, Olli V. Lounasmaa, Martti Salomaa
1987 - Weiterentwicklung der Elektronenholographie
Karl-Heinz Herrmann, Friedrich Lenz, Hannes Lichte, Gottfried Möllenstedt
1986 - Retrovirus-Forschung (AIDS)
Jean-Claude Gluckman, Sven Haahr, George Janossy, David Klatzmann, Luc Montagnier, Paul Rácz
1985 - Stoßwellen-Anwendungen in der Medizin
Walter Brendel, Michael Delius, Georg Enders, Joseph Holl, Gustav Paumgartner, Tilman Sauerbruch
1985 - Gegendruck-Gieß-Technologie
Teodor Balevski, Rumen Batschvarov, Emil Momtschilov, Dragan Nenov, Rangel Zvetkov