Anthony Hyman Foto: Friedrun Reinhold

Anthony Hyman (2022):
Forschung an Zelltröpfchen

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2022 geht an Anthony Hyman. Der britische Zellbiologe entdeckte mit seinem Team einen völlig neuen Zustand biologischer Materie und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung von Krankheiten und neuer Medikamente.

Anthony Hyman fand heraus, dass sich in der Zellflüssigkeit örtlich Proteine in hoher Konzentration ansammeln können. Diese „Kondensate“ ähneln winzigen Tropfen, die unter anderem den Gesetzen der Biophysik unterliegen. Im Gegensatz zu anderen Zell-Organellen sind Kondensate nicht von einer begrenzenden Membran umgeben. Die stark erhöhte Proteinkonzentration in ihrem Innern regt biochemische Reaktionen an, die außerhalb nicht möglich wären. Kondensate bilden sich dynamisch, teils in Sekundenschnelle, und werden meist auch schnell wieder abgebaut. Bei – oft altersbedingten – Störungen des Abbaus können sich in betroffenen Zellen toxische Stoffe ablagern, die degenerative Krankheiten wie ALS oder Alzheimer auslösen. Hyman sucht nun nach neuen Medikamenten, die diese Krankheiten heilen könnten.

Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2022 wurde Anthony Hyman am 2. September 2022 im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses überreicht.

Anthony Hymans Forschung im Porträt Pressemeldung und Foto-Downloads

Foto: Friedrun Reinhold

„Ich bin überzeugt, dass das zellbiologische Verständnis der Kondensatbildung einen wichtigen Einfluss auf die künftige Medikamentenentwicklung haben wird.“

Anthony Hyman

Vita Anthony Hyman (englisch)