Foto: Körber-Stiftung

Mini Field Trip in die deutsch-französische Grenzregion

7. bis 9. Juni 2026

Im Juni 2026 reiste das Körber Netzwerk Außenpolitik (KNA) in die deutsch-französische Grenzregion, um die tägliche Zusammenarbeit, aber auch Herausforderungen und Erfolge dieser kennenzulernen.

Den Auftakt bildete der Besuch bei der Deutsch-Französischen Brigade, bei welchem die Teilnehmenden durch die Präsentation der Ausrüstung, ein Abendessen bestehend aus Militärrationen sowie eine Übernachtung in der Kaserne unmittelbare Einblicke in den Alltag der Soldatinnen und Soldaten erhielten. Am darauffolgenden Tag konnten die Teilnehmenden gemeinsam mit Kommandeur Général de Brigade François-Xavier Elias insbesondere die praktischen Herausforderungen der binationalen militärischen Kooperation sowie die Rolle der Brigade für die Verteidigung Europas diskutieren.

Mit dem Besuch des Memorials Hartmannswillerkopf verlagerte sich der Fokus auf die historische Dimension der deutsch-französischen Beziehungen. Das Memorial illustrierte eindrücklich, wie ein ehemaliges Schlachtfeld zu einem Symbol der Versöhnung und der gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur werden konnte. Beim anschließenden Empfang bei Botschafterin Heike Thiele in Straßburg standen aktuelle Entwicklungen der deutsch-französischen Beziehungen sowie die Rolle des Europarats im Zentrum der Gespräche.

Der dritte und letzte Tag widmete sich zunächst der zivilgesellschaftlichen und medialen Dimension der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Beim Besuch von ARTE wurde aufgezeigt, wie der Sender im Zuge der Europäisierung sein Angebot erfolgreich über Deutschland und Frankreich hinaus erweitert und zugleich auf Desinformation sowie strukturelle Veränderungen der Medienlandschaft reagiert.

Den Abschluss der Reise bildete ein Gespräch mit Cathrin Gräber, deutsche Generalsekretärin des Deutsch-französischen Sekretariats des Ausschusses für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ), und Dr. Stefan Seidendorf, Stellvertretender Direktor des Deutsch-Französischen Instituts (dfi). Dabei wurde deutlich, dass grenzüberschreitende Kooperation trotz institutioneller Fortschritte weiterhin von administrativen Hürden geprägt ist und ein hohes Maß an Abstimmung und Ausdauer erfordert.

Abschließend demonstrierte die Reise, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit kein abstraktes politisches Projekt, sondern gelebte Praxis ist. Sie manifestiert sich im Alltag einer Vielzahl von Akteuren, ist Ausdruck des europäischen Gedankens. Zugleich wurde deutlich, dass ihr Erfolg maßgeblich von stabilem politischen Willen und geeigneten institutionellen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen abhängt – während individuelles Engagement dort besonders sichtbar wird, wo diese an ihre Grenzen stoßen.

Rückblicke

Seit 2005 fanden über 15 Field Trips des Körber Netzwerk Außenpolitik in mehr als 20 Länder statt.

Bisherige Field Trips des Körber Netzwerk Außenpolitik

  • Field Trip in die Republik Moldau, 2025
    Field Trip in die Republik Moldau, 2025 Foto: Körber-Stiftung
  • Field Trip nach Japan, 2024
    Field Trip nach Japan, 2024 Foto: Körber-Stiftung
  • Field Trip nach Marokko, 2023
    Field Trip nach Marokko, 2023 Foto: Körber-Stiftung
  • Mini Field Trip nach Rostock und Warnemünde, 2022
    Mini Field Trip nach Rostock und Warnemünde, 2022 Foto: Körber-Stiftung
  • Field Trip nach Nordmazedonien und Albanien, 2022
    Field Trip nach Nordmazedonien und Albanien, 2022 Foto: Körber-Stiftung
  • Field Trip nach Ungarn und in die Slowakei, 2019
    Field Trip nach Ungarn und in die Slowakei, 2019 Foto: Körber-Stiftung
  • Field Trip Ukraine und Belarus, 2018
    Field Trip Ukraine und Belarus, 2018 Foto: Körber-Stiftung