Foto: David Ausserhofer

Körber History Forum Retreat 2024

Historical Thinking, Future Strategies:
Democracy in a New Geopolitical Era

Vom 27. bis 28. Mai 2024 fand zum dritten Mal in Folge das Körber History Forum Retreat auf Schloss Lübbenau statt. Experten und Expertinnen aus Geschichte, Politik, Diplomatie und Medien kamen im Spreewald zusammen, um sich mit den tiefgreifenden Herausforderungen zu befassen, vor denen Demokratien in einer Ära verstärkter geopolitischer Spannungen stehen. Im Zentrum des diesjährigen Retreats standen Diskussionen rund um das Erstarken autoritärer Kräfte und die zu schwinden drohende Verbindlichkeit internationaler Normen.

Die Anzahl und Qualität liberaler Demokratien sind in den letzten Jahren merklich zurückgegangen. Erstmals seit Ende des Kalten Kriegs ist der historische Trend einer fortschreitenden Demokratisierung rückläufig. Autoritäre Regime etablieren sich zunehmend als Gegengewichte zur westlich geprägten, liberalen Weltordnung und weiten ihren Einfluss durch neue geopolitische Strategien aus.

Mit Blick auf die Zeit nach 1945 standen beim diesjährigen Retreat folgende Fragen im Fokus: Welche Versprechen haben Demokratien und Autokratien innen- und außenpolitisch abgegeben, und wie haben diese ihre geopolitischen Strategien und Formen der Machtausübungen geprägt? Wie können Demokratien ihre geopolitischen Strategien effektiv anpassen, um diesen Herausforderungen zu begegnen?

Angesichts der Zunahme autoritärer Regime weltweit, der Schwächung internationaler Normen und der daraus resultierenden geopolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen wurde deutlich, dass Demokratien unter erheblichen Anpassungsdruck stehen. Dazu gehört auch die Hinterfragung europäischer und eurozentrischer Kategorisierung von Autokratien und Demokratien, welche in ihrer bisher dichotomen Auslegung nicht universell übertragbar sind und möglicherweise nie waren.

Für Demokratien ergibt sich daraus die Notwendigkeit, eine neue Agenda und ein Narrativ zu entwickeln, das den Versprechungen der Autokratien wirksam entgegentritt.

Daher ist ein dezidiertes historisches Verständnis für die Kontexte, in welchen sich moderne Demokratien entwickelten, entscheidend. Ihre Anpassung an die veränderten globalen Realitäten erfordert es daher, neben den gegenwärtigen Umständen auch die historischen Erfahrungen zu berücksichtigen. Die daraus resultierenden Analysen und Überlegungen ermöglichen es, dass Demokratien ihre Werte neu aushandeln und stärken und somit ihren Einfluss in einer zunehmend multipolaren Welt bewahren.

Programm

Montag, 27. Mai

16:30 – 18:00
Welcome Reception

18:00 – 18:10
Welcome Remarks

18:10 – 19:15
Looking Inwards: How can Democracies Defend Their Promises Against Autocratic Challenges?

19:15 – 21:30
Festive Dinner

Dienstag, 28. Mai

09:00 – 10:15
History & Politics Roundtable I – Round 1
Looking Outwards: How do Democracies Counteract Autocracy and Revisionism?

10:15 – 10:30
Break

10:30 – 11:45
History & Politics Roundtable I – Round 2
Looking Outwards: How do Democracies Counteract Autocracy and Revisionism?

11:45 – 12:15
Break

12:15 – 13:00
Parallel Deep Dives – Round 1

  1. The New Germany: Can it Overcome its Russia Complex?
  2. Conflict in Context: Ukrainian Societal Dynamics and Post-1991 Trajectories
  3. From Cold War Non-Alignment to new Dynamics: The Global South and the Limits for the Euro-American West

13:00 – 14:30
Break

14:30 – 15:15
Parallel Deep Dives – Round 2

  1. The New Germany: Can it Overcome its Russia Complex?
  2. Conflict in Context: Ukrainian Societal Dynamics and Post-1991 Trajectories
  3. From Cold War Non-Alignment to new Dynamics: The Global South and the Limits for the Euro-American West

15:15 – 15:45
Break

15:45 – 17:30
History & Politics Roundtable II
Does Democracy Depend on Globalization?

17:30 – 17:35
Closing Remarks

Impressionen

  • Fotos: David Ausserhofer