Wettbewerb: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Warum wollten Frauen arbeiten gehen? Das Bild der Frau in den Werkmitteilungen des Stahl- und Röhrenwerkes Reisholz 1953-1972
Klasse 12; Marie-Curie-Gymnasium
40625 Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2005-1130
Die Verf. untersucht am Beispiel des Stahl- und Röhrenwerkes Reisholz, in dem Verwandte der Verf. über mehrere Generationen gearbeitet haben, die Arbeit von Frauen von Mitte der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre. Sie geht dabei der schon im Titel formulierten Frage nach, warum Frauen arbeiten gehen wollten. Die Untersuchung stützt sich auf Zeitzeugeninterviews und eine systematische Auswertung der "Werksmitteilungen", die das Stahl- und Röhrenwerk seit 1952 als Betriebszeitung herausgab und die sich als aussagekräftige Quelle zum Thema "Frauen und Erwerbsarbeit" herausstellten.
Literaturverzeichnis
59 S., ms., ill. mit Fotos, Abb. und Karikaturen
Quellen
Die Verf. stellt zunächst die Geschichte des Werkes Reisholz dar und erläutert den Zweck der "Werksmitteilungen". Vor diesem Hintergrund und eingebettet in die allgemeine Frauengeschichte, analysiert sie in zwei Kapiteln ("Die Hausfrau und Mutter" und "Die arbeitende Frau") differenziert die Zuschreibungen, die die Frauen in der Betriebszeitung erfahren. Sie zeigt dabei, dass bis in die frühen 1970er Jahre die Frau vorwiegend in der Rolle der Hausfrau und Mutter in Erscheinung trat, die sich in all ihren Lebensbezügen auf den Mann als Berufstätigen auszurichten hatte. Als Ausbildungsberufe für Frauen wurden bezeichnenderweise nur die "Bürogehilfin" und die "Sekretärin" angeboten. Erst in den frühen 1970er Jahren machte sich ein erster Emanzipationsschub bemerkbar, als Frauen im Werk erstmals zum Beruf des Industriekaufmanns zugelassen wurden. Die Analyse der Werkszeitschrift schließt mit grundsätzlichen, auf Gegenwart und Zukunft bezogenen Betrachtungen zur Gleichberechtigung der Frau