Wettbewerb: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte "Unter Umständen helfen wir immer!" Hebammen im Mainzer Raum im Wandel der Zeit

3. Preis
2005
Hafemann, Renate / Pfeifer, Theresa
Werner Ostendorf

Klasse 12; Rabanus-Maurus-Gymnasium

55118 Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland

#2005-0900

Die Verf. beschäftigen sich mit der Arbeit von Hebammen in Mainz im Wandel der Zeit. Ausgehend von dem eigenen besonderen Interesse am Lebensentwurf emanzipierter Frauen, für die die Berufsrolle Dreh- und Angelpunkt ihres Rollenverständnisses ist, nehmen die Verf. den Hebammenberuf in Geschichte und Gegenwart in den Blick - auch weil er als unangefochtene Frauendomäne gilt. Sie stützen sich auf Gespräche mit Hebammen, Schwangeren und Müttern, Veröffentlichungen des Bundes deutscher Hebammen und andere einschlägige Literatur, Informationen aus dem Internet sowie eine Umfrage, die sie auf der Mainzer Landestagung des Berufsverbandes der Hebammen durchgeführt haben.

Literaturverzeichnis

74 S., ms., ill. mit Abb. und Fotos, Anhang: Interviewprotokolle, Fragen und Ergebnisse der Umfrage, Zeitungsartikel, Dokumentenkopien, Internetseiten, Auszüge aus Informationsschriften

Quellen

Der erste Teil gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Hebammenberufs seit seiner Entstehung. Die Verf. schildern dabei den Prozess der Verstaatlichung des Hebammenberufs vom 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts sowie die Situation von Hebammen im Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt der Darstellung steht dann eine aktuelle Bestandsaufnahme des Hebammenberufs. In vielfältigen Aspekten beschreiben die Verf. die Arbeitsbedingungen der Hebammen und ihre Auswirkungen auf deren Lebensumstände. Sie fragen nach der Motivation für die Berufswahl, schildern den Bezug zur Schwangeren, stellen die Entwicklung der Ausbildung dar und gehen auf die rechtliche Situation der Hebammen ein. Sie schildern außerdem den Zusammenhang von gesellschaftlicher Entwicklung und Veränderungen des Berufs und erläutern den Wandel des Konkurrenzverhältnisses von Ärzten und Hebammen. Besonders anschaulich dokumentieren die Verf. den Durchbruch der modernen Medizintechnik seit den 1970er Jahren und das Problem des geplanten Kaiserschnitts, der das berufliche Selbstverständnis der Hebammen in den Grundfesten erschüttert. Die Verf. ziehen aus den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte die Schlussfolgerung, dass ein Mittelweg zwischen natürlicher Geburt und Medizintechnik gefunden werden müsse und dass für die Geburt als Faszinosum der Natur wieder geworben werden müsse, wenn der dramatische Geburtenrückgang gestoppt werden soll.