Wettbewerb: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte ?In Gottes Namen, fangen wir an?. Alte Sprüche und Lebensweisheiten, die den Arbeitalltag begleiteten

4. Preis
2005
Färber, Karina
Roland Färber

86655 Mündling, Bayern, Deutschland

#2005-0796

Die Verf. dieser Klassenarbeit nehmen das Thema Arbeit in der Geschichte zum Anlass, die eigene Geschichte zu erforschen und im Gespräch die Eltern und Großeltern nach ihrer Arbeit in ganz unterschiedlichen Berufen zu fragen. Über die Frage ?Was ich schon immer einmal über Arbeit wissen wollte?? werden die Schülerinnen und Schüler an das Thema herangeführt. Sie sammeln ihre Fragen (z.B. Wie findet man eine Arbeit? Was muss eigentlich der Bundeskanzler machen? Was haben die Leute früher gearbeitet?) und beginnen in den Familien zu recherchieren und die Eltern nach ihrer Arbeit zu fragen. Der Austausch darüber bringt sie zu den Fragen nach der Geschichte der Arbeit. Wieder forschen die Schülerinnen und Schüler in den eigenen Familien ? diesmal anhand eines Fragebogens für die Großväter. Auf diese Weise wird ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang gesetzt und vielfältige Informationen über Berufe und Lebenswege früher und heute aufgetan. So stellen sie z.B. fest, dass die Großeltern einen Beruf gelernt und ihr Arbeitsleben lang ausgeübt haben, während die Eltern oft mehrere Berufe erlernt haben und in vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten. Für den Beitrag haben die Schülerinnen und Schüler jeweils einen ?Berufsstammbaum? der eigenen Familie angefertigt, die Berufe und den Arbeitsalltag der Eltern geschildert und das Interview mit einem Großelternteil dokumentiert.Die Verf. untersucht alte allgemeine und lokale Sinnsprüche, die den Alltag begleiten: religiöse Bitten zum Arbeitsalltag, Schutzpatrone der Arbeitenden, Haussprüche zum Arbeitsleben sowie weltliche und berufsbezogene Lebensweisheiten. Dabei steht die Frage nach deren Funktion im Mittelpunkt des Interesses. Die Verf. stützt sich auf Aussagen von vier Zeitzeuginnen, das ?Illustrierte Hausbuch für die christliche Familie? (1908), das sich in Familienbesitz befindet, sowie einige Literatur. In einer Einleitung weist die Verf. darauf hin, dass viele der überlieferten Redewendungen heute nicht mehr geläufig sind und es ?einiger Suche in der Erinnerung bei älteren Menschen [bedarf], um sie wieder hervorzuholen?. In der Folge geht die Verf. der Herkunft und Bedeutung zahlreicher ? zum Teil mundartlicher ?Sinnsprüche und Lebensweisheiten zum Arbeitsalltag auf den Grund. Die Zeitzeuginnen, deren Kindheit und Jugend von schwerer bäuerlicher Arbeit auf der einen und einer zeittypischen Religiosität auf der anderen Seite geprägt waren, können vielfältige Informationen liefern. Zum einen kennen und benutzen sie viele der Sprüche, zum anderen gelangt die Verf. über die Lebens- und Arbeitserfahrungen ihrer Zeitzeuginnen zur Funktion der Sprüche im Arbeitsalltag. In ihrer Zusammenfassung sieht die Verf. die Sprüche und Lebensweisheiten vor allem als Ausdruck einer tiefen religiösen Prägung, die sich im harten Arbeitsalltag zeigte und diesen zu ertragen half.

Literaturverzeichnis

40 S., ms., ill. mit Fotos und Abb.

Quellen

Zeitzeugeninterviews, Bestände aus privatem Besitz, Sekundärliteratur