Wettbewerb: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Die Stückzahl muss stehen und die Qualität auch

2. Preis
2005
Glück, Ivo Marten / Glück, Nils Ole
Dr. Heinz-Jürgen Trütken-Kirsch

Klasse 11; Emsland-Gymnasium

48431 Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

#2005-1250

Der Beitrag befasst sich mit der Geschichte der Automobilfabrik Karmann in Rheine. Im Mittelpunkt steht der Wandel der Arbeiten in der Automobilfertigung des Traditionsunternehmens, besonders im Bereich der Fertigmontage. Die Verf. stützen sich auf umfangreiches und vielfältiges Material: Gespräche mit Zeitzeugen und Experten, die Besichtigung des Unternehmens, Akten aus verschiedenen Archiven, zahlreiche Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, einschlägige Literatur und Informationen aus dem Internet.

Literaturverzeichnis

155 S., ms., ill. mit Fotos, einer Karte und einer Zeittafel, Anlage (226 S.): Glossar, Organisationsvarianten der Fließbandfertigung, Eindrücke von der Betriebsbesichtigung, Interviewprotokolle, E-Mails, Briefe, Zeitungsartikel

Quellen

Zunächst wird ausführlich die Firmengeschichte des Familienunternehmens seit 1901 dargestellt. Anschließend betten die Verf. die Entwicklung der Firma in die deutsche Wirtschaftsgeschichte sowie in den regionalen und lokalen Wirtschaftsraum ein. Vor diesem Hintergrund schildern sie dann vor allem auf der Grundlage von Zeitzeugeninterviews in vielfältigen Aspekten die Organisation von Arbeit im Werk sowie die einzelnen Schritte des Wandels von Arbeitsprozessen. Sie beschreiben den Arbeitsplatz im Wandel und gehen dabei sowohl auf die geistigen und körperlichen Voraussetzungen sowie auf die Rationalisierungen, Automatisierungen und Modernisierungen ein. Sie geben einen Überblick über die Arbeitsbedingungen und den sozialen Umgang im Wandel der Zeit. Außerdem äußern sie sich zum Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Firma und zur Arbeitsplatzsicherheit. Dabei erläutern sie auch den Stellenwert von Arbeit im Leben ihrer Zeitzeugen. Insgesamt gelingt es den Verf., dichte und intensive Bilder von Arbeitswelt und Arbeitserfahrung zu zeichnen, die sie auch immer wieder kritisch hinterfragen. Sie stellen abschließend u.a. fest, dass das soziale Verantwortungsgefühl des Firmengründers Wilhelm Karmann die Firma bis heute durchaus präge - vor allem im Blick auf die Stammbelegschaft - und dass die Veränderungen der Arbeitsbedingungen "das Ergebnis einer freien Weltwirtschaft [sind]". "Sehr eindrücklich" haben die Verf. bei ihren Recherchen außerdem wahrgenommen, welche Bedeutung Arbeit und der Erhalt des Arbeitsplatzes für das Leben der Menschen haben.