Wettbewerb: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Arbeit am Boden - Erziehung am Menschen. Der Reichsarbeitsdienst

4. Preis
2005
Wenk, Laura
Ute Schulien

Klasse 08; Gymnasium am Rittersberg

67657 Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz, Deutschland

#2005-1023

Die Verf. beschäftigt sich mit der Geschichte des Reichsarbeitsdienstes in der Zeit des Nationalsozialismus. Die materiale Grundlage bilden vor allem gedruckte Primärquellen und historische Literatur sowie Zeitzeugeninterviews - darunter eins mit der Großmutter der Verf. (Jg.1924) - und Bestände aus privatem Besitz.

Literaturverzeichnis

80 S., ms., ill. mit Fotos und Grafiken, Anhang (109 S.): Fotos, Dokumentenkopien, Internetseiten

Quellen

Eingebettet in den geschichtlichen Zusammenhang, schildert die Verf. zunächst die Entwicklung vom freiwilligen Arbeitsdienst in der Weimarer Republik zum Reichsarbeitsdienst im Nationalsozialismus, zu dem ab 1935 alle 18-25-jährigen Männer und ab 1939 auch alle Frauen verpflichtet waren. Sie erläutert die Gründe für die Entstehung des RAD und schildert seine "Philosophie" und Organisation. Außerdem beschreibt sie Besonderheiten des weiblichen Reichsarbeitsdienstes. Am individuellen Beispiel von drei Zeitzeugen, die ihren Arbeitsdienst in einer Flakstellung, bei Tarnungsarbeiten an Bunkern, im Stollenbau, bei Erntearbeiten und an der Maginotlinie in Frankreich abgeleistet haben, stellt die Verf. anschließend den Arbeitsalltag an verschiedenen Arbeitsorten dar. Sie dokumentiert außerdem die Lebens- und Arbeitsbedingungen in einem Lager, das sich in unmittelbarer Nähe ihrer Heimatstadt befand. Abschließend stellt die Verf. ausführlich die zeitgenössischen Beurteilungen des Reichsarbeitsdienstes aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht in In- und Ausland dar und kommt außerdem selbst u.a. zu dem Schluss, dass "durch die Beschäftigungsprogramme vielen jungen Menschen, die zuvor arbeitslos und ohne Perspektive waren, ein Inhalt gegeben [wurde]", dass es sich auf der anderen Seite jedoch "um eine Art Zwangsarbeit handelte [...], die die Dienstleistenden aus ihrem sozialen Umfeld herauslöste".