Wettbewerb: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Wie Helden gemacht werden. Skandal um die Aufarbeitung eines Explosionsunglückes
Klasse 12, Gymnasium Leopoldinum, Gymnasium
32756 Detmold, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2011-0140
Am 31. Mai 1917 starben in der Detmolder Munitionsfabrik bei einem Explosionsunglück 72 Menschen. Die Sicherheitsvorschriften waren auf eklatante Weise missachtet worden. Die Behörden bemühten sich, die Hintergründe zu verschleiern, doch trotz der herrschenden Zensur gelang es ihnen nicht, den Unfall und seine Ursachen geheim zu halten. Auch der Landtag befasste sich mit dem Unglück, zog jedoch niemanden zur Rechenschaft. Die Opfer setzte man in einem Massengrab bei und erklärte sie – gleichsam wie gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs – zu »Heldentoten des Vaterlands«. Anhand von Quellen aus dem Detmolder Stadtarchiv und zahlreicher zeitgenössischer Zeitungsartikel zeichnen die vier Schülerinnen des Gymnasiums Leopoldinum in ihrer Wettbewerbsarbeit die Vorgänge von 1917 nach. Sie zeigen auf, warum trotz breiter öffentlicher Empörung die juristische Aufarbeitung des Skandals folgenlos blieb.