Wettbewerb: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Was vertrieb den Melchior Hindenach? Das Kreuz- und Fahnengefecht von 1606 in Schwäbischwerd und seine Auswirkungen

3. Preis
2011
Färber, Anika
Daniela Färber

Auszubildende, 2. Lehrjahr, Berufsschule 5 der Stadt Augsburg

86161 Augsburg, Bayern, Deutschland

#2011-1024

Mündling, ein kleines Dorf mit heute 598 Einwohnern, war im 16. Jahrhundert der Wohnort von Melchior Hindenach. Der seltene Name »Hindenach« ist heute im Raum Stuttgart verbreitet ? es existieren etwa 20 Familien dieses Namens. Wer oder was vertrieb die Hindenachs aus Mündling, und wer war überhaupt Melchior Hindenach? In ihrer Wettbewerbsarbeit über die Auslöser und Folgen des Kreuz- und Fahnengefechts zwischen Katholiken und Protestanten 1606 verschränkt Anika Färber geschickt die Biografie des einfachen Landknechts Melchior Hindenach mit der Rekonstruktion der religionspolitischen Konflikte im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges. Sie rekonstruiert die Auseinandersetzungen zwischen den Konfessionen, die Herrschaftswechsel in der Region und die wechselnden Diskriminierungen einer der beiden Konfessionen. Auch wenn Anika Färber keine historische Quelle ausfindig machen kann, die ihre These letztlich belegt, so erscheint ihre Schlussfolgerung logisch zwingend: Melchior Hindenach verdingte sich nach dem Kreuz- und Fahnengefecht an den Grafen von Pfalz-Neuburg und kam anschließend in das protestantische Burtenbach. Hier taucht seine Spur im Pfarrarchiv wieder auf. Über Burtenbach gelangten seine Nachfahren ins Württembergische und schließlich in den Raum Stuttgart. Grundlage der Wettbewerbsarbeit sind Sekundärliteratur, private Quellen und Archivbestände.