Wettbewerb: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Mörder auf freiem Fuß! Ein Skandal aus dem Münster des 16. Jahrhunderts
Klasse 09, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Gymnasium
48159 Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2011-0777
Wie würde die Öffentlichkeit heute reagieren, wenn ein nachweislich überführter Mörder auf freiem Fuß bleibt, weil er zur gesellschaftlichen Oberschicht gehört? Diese Frage stellte sich die Schülerin Kirsten Becker, die einen Mordfall des 16. Jahrhunderts in Münster untersuchte. Nach einer Streitigkeit auf einer Hochzeitsfeier ermordete der Domherr Berndt von Oer am 20. März 1588 im Beisein von Zeugen den Komtur des Johanniterordens Melchior Droste zu Senden. Um die Ahndung des Verbrechens entbrannte ein öffentlicher Konflikt, der weit über Münster hinaus Aufsehen erregte und in den sich neben Fürsten und Bischöfen auch der Papst einschaltete. Trotz eindeutiger Beweise wurde Berndt von Oer freigesprochen. Kirsten Becker analysierte den Skandal auch im Hinblick auf die Folgen für das Gerichtswesen der Stadt Münster. Grundlage ihrer Arbeit sind die Kriminalakte aus dem Stadtarchiv Münster und Sekundärliteratur zum Thema.