Wettbewerb: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Erna R. – eine junge Frau am Pranger
Klasse 11+12, Schubart-Gymnasium Ulm, Gymnasium
89077 Ulm, Baden-Württemberg, Deutschland
#2011-0343
Anfang des Zweiten Weltkriegs verliebte sich Erna Ritz aus Ulm in einen französischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Als die junge Frau schwanger wurde, flog das Liebesverhältnis auf. Im August 1940 wurde Erna Ritz verhaftet und am 24. September auf dem Markplatz öffentlich gedemütigt, kahl rasiert, bespuckt. Auch nach ihrer Entlassung aus dem Frauengefängnis Aichach und dem Ende des Nationalsozialismus wurde Erna Ritz von der Bevölkerung weitestgehend gemieden. Das Schicksal ihres Geliebten ist unbekannt. Vermutlich wurde er ermordet. Jakob Joshua Hofmann und Moritz Goldbeck zeichnen in ihrer Wettbewerbsarbeit nach, wie öffentliche Skandale im Nationalsozialismus im Dienste der Propaganda inszeniert und instrumentalisiert wurden. Sie untersuchen dabei den Blickwinkel des Opfers, aber auch der Täter und der Öffentlichkeit. Neben Fachliteratur und zeitgenössischen Zeitungsartikeln stützten sie sich vor allem auf Gerichts- und Entnazifizierungsakten sowie private Briefe.