Wettbewerb: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Der »Pastoren-Skandal« in Rellingen 1978–1980

Landessieger
2011
Exner, Miriam / Gadas, Alisa / Gutermuth, Ann-Christine
Dr. Dieter Hanauske

Klasse 10, Wolfgang-Borchert-Gymnasium, Gymnasium

25469 Halstenbek, Schleswig-Holstein, Deutschland

#2011-0599

Von 1978 bis 1980 wirkte in Rellingen der junge Pastor Ulrich Hentschel. Mit seinen politischen Predigten und Interventionen löste er den Rellinger Pastoren-Skandal aus, der über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus Aufmerksamkeit erfuhr. Der junge Theologe war von der Studentenbewegung der 1960er Jahren geprägt. Auch als Pastor bezog Hentschel Stellung in politischen Kontroversen – sei es in der Diskussion um den Bau von Atomkraftwerken oder in der Debatte um die Kanzlerkandidatur von Franz-Josef Strauß. Als Reaktion darauf griff die CDU in die Kirchenvorstandswahlen ein. Behauptungen, die Tätigkeit des Pastors führe zu häufigen Beschwerden über seine Gottesdienste und Seelsorge und in Rellingen zu vermehrten Kirchenaustritten, erwiesen sich bald als falsch. Gleichwohl wurden sie von kirchenleitenden Stellen aufgegriffen und führten zur Suspendierung Hentschels. Die Schülerinnen Miriam Exner, Alisa Gadas und Ann-Christine Gutermuth haben den Rellinger Pastoren-Skandal rekonstruiert und die Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Politik an ihrem Fallbeispiel problematisiert. Grundlagen ihrer Arbeit sind Mitschriften von Predigten, Zeitzeugengespräche (u.a. mit den beiden Pastoren Eulenberger und Hentschel) sowie zeitgenössische Presseartikel.