Wettbewerb: miteinander – gegeneinander. Jung und Alt in der Geschichte Die im Dunkeln sieht man nicht. Konflikte um die Schulpflicht um 1930
Klasse 13, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, Gymnasium
35396 Gießen, Hessen, Deutschland
#2007-0670
Anhand des lokalgeschichtlichen Beispiels der Gießener Notsiedlungen beschäftigt sich die Verf. in ihrem Beitrag mit den Konflikten um Schulpflicht und Schulverweigerung in der Zeit um 1930. Dabei thematisiert sie sowohl die individuellen Perspektiven der Schüler wie auch die Reaktionen der Eltern und Behörden auf das Fernbleiben der Jugendlichen vom Unterricht. Ihre Ergebnisse stützt die Verf. auf eine Vielzahl von Akten aus dem Stadtarchiv Gießen, auf zeitgenössische pädagogische Literatur zu dem Thema sowie auf die einschlägige Sekundärliteratur. Der Beitrag geht von der These aus, dass die Verweigerung Jugendlicher, die Schule zu besuchen, ein Zeichen der Unzufriedenheit der Schüler mit ihrer sozialen Situation, mit dem Erziehungskonzept der Eltern oder der Funktion von Bildung allgemein ist. Darauf aufbauend untersucht die Verf. anhand der Bereitschaft zum Schulschwänzen und den Reaktionen der Eltern und der staatlichen Institutionen die Beziehung zwischen Jung und Alt. Dazu stellt sie die verschiedenen Perspektiven der Betroffenen einander gegenüber und arbeitet sowohl generationen- als auch geschlechterbedingte Unterschiede heraus. Sie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass in den behördlichen Regelungen kaum auf die sozialen oder wirtschaftlichen Ursachen für die Schulverweigerung von Jugendlichen eingegangen, sondern lediglich die Ahndung bei Verstößen gegen die Schulpflicht festgelegt wurde. Abschließend vergleicht die Verf. die Ergebnisse ihrer historischen Analyse mit der gegenwärtigen Diskussion über soziale und familiäre Probleme von Jugendlichen.
Literaturverzeichnis
79 S., ms.
Quellen
Archivalische Quellen, Sekundärliteratur