Wettbewerb: Mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen hat Geschichte Die Bedeutung der Waisenkinder für die Stadt Hamburg - Das Waisenhaus auf der Uhlenhorst

Landessieger
2023
Daniel Vu
Schriftlich-Sachtext
Julia Eimicke

12. Klasse, Wilhelm-Gymnasium

20149 Hamburg, Hamburg, Deutschland

#2023-1997

Daniel Vu lebt in einem neu gebauten Wohnquartier im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, das Teile der früheren Bebauung integriert. Bei einem Blick auf alte Stadtpläne und Fotos stellte er fest, dass sich dort im späten 19. Jahrhundert ein großes Waisenhaus befand – dessen Eingangsportal er als die heutige die Tür zu seinem Wohnhaus erkannte. Er forschte weiter und stellte fest, dass die Einrichtung von 1858 bis 1935 das zentrale städtische Heim für alle Hamburger Waisenkinder darstellte. Mit Quellen aus Staatsbibliothek und Staatsarchiv rekonstruierte der Oberstufenschüler den Alltag im Waisenhaus von der Hausordnung über die Organisation des Schulunterrichts bis hin zum Essensplan. Besonderes Augenmerk richtete er auf die große Cholera-Epidemie 1892, die das Leben im Waisenhaus gleich doppelt beeinflusste: Einerseits mussten Quarantäne- und Krankenstationen für betroffene Kinder eingerichtet werden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Zöglinge aufgrund der hohen Sterblichkeit bei den Erwachsenen sprunghaft an.