Wettbewerb: Mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen hat Geschichte „Arisierung“ in Münster 1938-1945
8. Klasse, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium
48143 Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2023-2208
Ab 1938 wurden zahlreiche jüdische Wohnungen und Wohnhäuser unter Wert verkauft oder komplett enteignet. Durch den Übergang zur offenen Gewalt in der sogenannten Reichspogromnacht im November 1938 und mehreren Verordnungen aus den Jahren 1938 und 1939 hatte jüdisches Eigentum in Deutschland keinen Bestandsschutz mehr. Jüdische Familien verkauften ihre Häuser weit unter Wert, wenn sie die Möglichkeit zur Emigration hatten, oder wurden nach der Einweisung in „Judenhäuser“ oder der Deportation in Ghettos schlichtweg enteignet. Hanna Lou Linder, Israt Muhamad und Paula Luengo Wewel rekonstruieren in ihrer schriftlichen Arbeit die Pogromnacht in Münster und zeigen anhand einzelner Fallbeispiele, wie unterschiedlich die Beziehungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Münsteraner:innen war. Während einzelne Bürger:innen bereits vor 1938 ein Geschäft witterten und die Notlage der jüdischen Bevölkerung ausnutzten, gab es andere, die jüdische Familien, deren Zuhause zerstört wurde, nach der Reichspogromnacht unterstützten.