Wettbewerb: Helden: verehrt – verkannt – vergessen Helden: Verehrt – verkannt – vergessen: Das Beispiel Hans Littens
Klasse 08, Canisius-Kolleg, Gymnasium
10785 Berlin, Berlin, Deutschland
#2009-0359
Rafael Dolabella Portella erforschte die Rezeptionsgeschichte von Hans Litten, einem Rechtsanwalt der Roten Hilfe nach 1945 in BRD und DDR. Litten, der in der Weimarer Republik spektakuläre politische Prozesse ausgefochten hatte, wurde im Frühjahr 1933 von den Nationalsozialisten verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er 1938 den Freitod wählte. Der Schüler legt in seiner Arbeit dar, wie das Andenken an Litten in der DDR wachgehalten, aber politisch missbraucht und in der BRD verdrängt wurde. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde eine historische Würdigung Hans Littens im Ansehen der Person möglich. Nichtsdestrotz gab es auch noch in den 1990er Jahren politisch und ideologisch motivierte Versuche, die Littenstraße in Berlin umzubenennen. Der Schüler recherchierte in Privatarchiven, im Bundesarchiv und im Landesarchiv Berlin, sprach mit zahlreichen Experten und zog Sekundärliteratur für seine Arbeit heran.