Wettbewerb: Gott und die Welt. Religion macht Geschichte »Als Feinde sich vor Gott die Hand reichten«. Das »Dattelner Abendmahl« als Zeichen der Versöhnung?
12. Klasse, Comenius-Gymnasium, Gymnasium
45711 Datteln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2017-1334
Am Karfreitag im Jahr 1923 besuchte der französische Besatzungsoffizier Etienne Bach im damaligen Gemeindezentrum Lutherhaus den Gottesdienst. Er trug Uniform. Nach dem Gottesdienst lud der Pfarrer Friedrich Wunderlich die Gemeinde ein, gemeinsam das Abendmahl zu begehen. Etienne Bach wollte auch teilnehmen und ging unsicher zum Altar. Er wusste nicht, wie die anderen Kirchenmitglieder auf ihn reagieren würden. Am Abendmahltisch begegnete er Karl Wille, dem Amtsbeigeordneten der Stadt, der die Anordnungen der Besatzungsmacht boykottierte. Die beiden Männer galten als Gegner. Der Pfarrer reichte den Widersachern den Kelch und Brot. Bevor sie zu ihren Plätzen zurückkehrten, reichten sie sich die Hände zum Friedensgruß. Nach diesem Ereignis begann Etienne Bach, seine Einstellung gegenüber der deutschen Bevölkerung zu überdenken. Als es kurze Zeit später zu Protesten der hungernden Bevölkerung kam, ließ er diese nicht gewaltsam auflösen, sondern suchte den Dialog. Diese Anekdote und ihre geschichtlichen Hintergründe stellten Isabell Günzel und Jana Lehnert in Form einer Ausstellung vor. Ihnen ist wichtig, zu vermitteln, dass der Dialog der beste Weg zur Konfliktlösung ist.
Literaturverzeichnis
Bibliografische Angaben