Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Über die Grenze: Jüdische Flucht aus Münster in die Niederlande - Was bedingte eine gelungene Flucht?
12. Klasse, Gymnasium Paulinum
48143 Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2025-1457
1933 lebten etwa 700 jüdische Menschen in Münster. Einem Viertel von ihnen gelang die Flucht aus Deutschland, bevor die diskriminierende Politik des NS-Regimes 1938 weiter in offene Gewalt eskalierte, Weitere 280 konnten zwischen der Pogromnacht im November 1938 und dem Beginn der Deportationen die Stadt und das Land verlassen. Oft führte die Flucht allerdings nur in eine trügerische Sicherheit, wie die vier Autorinnen anhand der jüdischen Emigration in die Niederlande zeigen. Die Nähe zur Grenze und die bis 1939 relativ offene Einwanderungspolitik machte das kleine Land zu einem naheliegenden Zufluchtsort für jüdische Schutzsuchende. Nach der Besetzung durch deutsche Truppen im Jahr 1942 wurde dieser für viele zu einer tödlichen Falle. Am Beispiel zweier Familien zeigt der Beitrag, wie unterschiedlich die Flucht in das Nachbarland für jüdische Menschen aus Münster verlaufen konnte. Die Schülerinnen nutzten Interviews mit Expert:innen und Zeitzeug:innen sowie online recherchierbare Quellen aus dem Stadtarchiv Amsterdam.