Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Leben im Schatten der Ballonflucht - Eine Kindheit in der DDR
10. Klasse, Gymnasium Christian Gottlieb Reichard
07356 bad Lobenstein, Thüringen, Deutschland
#2025-0845
Wie die Flucht aus der DDR nicht nur die Flüchtenden selbst, sondern auch zurückgelassene Verwandte prägen kann, zeigt sich deutlich an der Lebensgeschichte von Anke Strzelczyk. Ihrem Onkel Peter Strzelczyk gelang 1979 die Flucht mit einem Heißluftballon. Ankes Vater Erich wurde anschließend vorgeworfen, von den Plänen seines Bruders gewusst und es unterlassen zu haben, die Fluchtabsicht gegenüber den staatlichen Behörden anzuzeigen. Erich verbringt über drei Monate in Untersuchungshaft und kommt verändert zurück. Er ist in sich gekehrt und kann nicht über das Erlebte sprechen. Auch Ankes Mutter Regina verbrachte zwei Tage in Untersuchungshaft. Für diese Zeit wurde Anke in einem Kinderheim untergebracht, was in ihr große Verlustängste auslöste: Sie wusste weder wann noch ob ihre Eltern zurückkehren würden. Die Geschichte der Familie Strzelczyk arbeiten fünf Schülerinnen der zehnten Klasse in einem Dokumentarfilm auf, für den sie Anke Strzelczyk selbst interviewten.