Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Ich bin dann mal Christ! - Ein Jude wird Bürger Hamburgs

3. Preis
2025
Maximilian Angert
Schriftlich-Sachtext
Matti Kubisch

11. Klasse, Gymnasium Rahlstedt

22147 Hamburg, Hamburg, Deutschland

#2025-2287

Levin Salomon Fürst wurde in eine jüdische Familie geboren und lebte sowohl privat als auch geschäftlich in einem jüdischen Umfeld. 1802 konvertierte er zum Christentum. Verwundert über diese Entscheidung recherchierte Maximilian Angert den Lebenslauf und die Beweggründe Fürsts. Dabei stellt er fest, dass sich Fürst nicht aus religiösen, sondern aus rechtlichen und sozialen Gründen taufen ließ: Kurz zuvor verlor er einen zehnjährigen Prozess gegen die Stadt Hamburg, in dem er vergeblich auf Wohnrecht klagte. Mit diesem Schritt wollte er dem im 19. Jahrhundert allgegenwärtigen Antisemitismus entkommen. Die Taufe ermöglichte ihm zwar einen sozialen Aufstieg und bürgerliche Rechte, ging aber mit der Aufgabe seiner jüdischen Identität einher. Für seinen Beitrag forschte der Schüler in Archiven, analysierte Prozessakten in einem Umfang von 1.300 Seiten, die er selbst digitalisierte, und wertete Briefe, Verordnungen sowie eine Karte zu jüdischen Siedlungsgebieten in Hamburg aus.