Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Grenze im Leben und der Erinnerung an Wilhelm Hammann - Biografie eines Grenzgängers, Lehrers, Politikers und Kommunisten
12. Klasse, Gymnasium Leopoldinum
32756 Detmold, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2025-0719
Als Kommunist und Organisator eines frühen Widerstandsnetzwerks wurde der Lehrer und Politiker Wilhelm Hammann 1934 verhaftet und war über weite Teile der NS-Herrschaft im Zuchthaus oder im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt. Als Funktionshäftling bewahrte er im dortigen „Kinderblock“ jüdische Kinder und Jugendliche vor Deportation und Ermordung. Nach dem Krieg war er kommissarischer Landrat im hessischen Groß-Gerau. Seine politische Überzeugung führte jedoch schnell zu Konflikten mit der US-Militärverwaltung und zu seiner Absetzung. Rubina Rothenstein rekonstruierte die Biografie ihres Urgroßonkels. Dabei beschreibt sie sein Wirken, aber auch seinen Nachruhm als eine permanente Auseinandersetzung mit politischen und persönlichen Grenzen. In der DDR wurden er und andere Widerständler als Antifaschisten und „Vorzeige-Kommunisten“ gefeiert. Die Gedenkstätte Yad Vashem ehrte ihn 1984 postum als „Gerechten unter den Völkern“. In seiner westdeutschen Heimat geriert er hingegen fast in Vergessenheit.