Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Die Waldsiedlung Wandlitz - Rückzugsort einer abgegrenzten, abgeschottet und abgekoppelten DDR-Elite?

Landessieger
2025
Johann Stage, Konstantin Herles
Schriftlich-Sachtext
Jan Markhoff

11. Klasse, Barnim-Gymnasium Bernau - Waldfrieden

16321 Bernau, Brandenburg, Deutschland

#2025-0272

Nach den Aufständen des 17. Juni 1953 in der DDR sowie dem ungarischen Volksaufstand von 1956 wollten sich SED-Eliten besser vor möglichen Unruhen schützen. 1958 wurde deshalb mit dem Bau der Waldsiedlung Wandlitz begonnen. Ab 1960 konnten DDR-Funktionäre dort ein abgeschottetes Leben führen. Doch die räumliche Distanz hatte ihre Konsequenzen. In einem Forschungsbericht beschäftigen sich Johann Stage und Konstantin Herles mit der Frage, ob dieser Wohnort zu einem Realitätsverlust der SED-Eliten beigetragen hat. Die Schüler kommen zu dem Schluss, dass das abgeschiedene Leben die Distanz zur Bevölkerung durchaus vergrößert hat. Denn die Probleme der Bürger:innen wie fehlende Konsumgüter, Umweltverschmutzung und der Verfall von Gebäuden wurden von der isolierten Elite oft falsch eingeschätzt. Für ihren Bericht forschten die Elftklässler im Stasi-Archiv Frankfurt/Oder und führten ein Experteninterview mit Dr. Claudia Schmid-Rathjen, die ein Buch über die Waldsiedlung verfasste.