Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Die „Geislinger Weiberschlacht" 1941 - Inwiefern war die von den Geislinger Frauen gezogene Grenze gegenüber der NSV erfolgreich?

Landessieger
2025
Lotte Amann
Schriftlich-Sachtext
Katharina Scheifl

12. Klasse, Walther-Groz-Schule, Berufsschule + Berufsfachschule

72458 Albstadt, Baden-Württemberg, Deutschland

#2025-1405

Mit der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) versuchte das NS-Regime ab 1934 auch die Wohlfahrtsverbände „gleichzuschalten“. Vor allem sollten die bis dahin im sozialen Bereich vorherrschenden kirchlichen Einrichtungen zurückgedrängt werden. Lotte Amann zeigte an einem Fallbeispiel, wie eine solche Maßnahme zu bemerkenswertem zivilem Ungehorsam in der NS-Kriegsgesellschaft führte. Die Geislinger „Kinderschule“ wurde 1901 von der katholischen Gemeinde gegründet. Das Personal bestand ausschließlich aus Nonnen. Als deren Oberschwester 1941 verstarb, ergriff die NSV die Gelegenheit und übernahm den Kindergarten in ihre Trägerschaft. Dies stieß auf den erbitterten Widerstand der Mütter, die mit Unterschriftenlisten und Mahnwachen vor dem Kindergarten und dem Rathaus gegen diese Maßnahme demonstrierten. Nach dem Wechsel der Trägerschaft wurde der Kindergarten von fast allen Geislinger Familien boykottiert, obwohl die Kreisleitung der NSDAP massiv auf die Nutzung drängte und teilweise auch die Streichung von Kinderbeihilfen als Druckmittel einsetzte.