Wettbewerb: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Ausgegrenzt - Die Ausgrenzung der Russlanddeutschen während der Zeit des Stalin
11. Klasse, Marienschule Münster, Gymnasium
48151 Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2025-2485
Mitte des 18. Jahrhunderts warb das russische Zarenreich mit Land und Privilegien wie Religionsfreiheit oder der Befreiung vom Militärdienst aktiv um die Einwanderung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften aus den deutschsprachigen Staaten. Patricia Rutz zeigt, wie diese Freiheiten bereits vor 1914 immer mehr schwanden und es schließlich in der Sowjetunion unter Stalin zur allgemeinen Diskriminierung und Entrechtung der Russlanddeutschen kam. Ihre Vereine und Kirchengemeinden wurden verboten und sie litten in besonderem Maße unter politischer Verfolgung als angebliche „Konterrevolutionäre“ und „Klassenfeinde“. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden schließlich ganze Dörfer aufgelöst und die Bevölkerung nach Sibirien oder Kasachstan deportiert. Die Autorin beschreibt Ideologie und Politik der Sowjetunion unter Stalin, zeichnet jedoch auch ein differenziertes Bild der russlanddeutschen Gemeinden und ihrer Haltung zu Nationalismus und Nationalsozialismus.