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Wie viel Beharrlichkeit braucht es, um Grenzen zu verschieben?
Preisträgerin Lara Ahlers berichtet im Podcast „Geschichte ist Gegenwart“ von ihrer historischen Spurensuche zur ersten deutschen Kapitänin

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Sie wollte Kapitänin werden – in einer Zeit, in der Frauen auf See kaum vorgesehen waren. Annaliese Teetz ließ sich davon nicht abbringen. 1955 erwarb sie als erste deutsche Frau das Kapitänspatent. Als Kapitänin zur See fahren durfte sie trotzdem nie: Keine Reederei wollte ihr ein Schiff anvertrauen.
Fast 70 Jahre später stößt die Hamburger Schülerin Lara Ahlers auf ihre Geschichte. Lara ist selbst begeistert von der Seefahrt und hat sieben Monate auf einem Schulsegelschiff verbracht. Für ihren Beitrag zum Geschichtswettbewerb 2024/25 begibt sie sich auf die Spuren von Annaliese Teetz. Sie liest historische Akten und Briefwechsel, spricht mit Angehörigen und ehemaligen Schülerinnen, mit einer Historikerin und mit heutigen Offizierinnen zur See. Für ihren Beitrag zur Ausschreibung „Bis hierhin und nicht weiter. Grenzen in der Geschichte“ wird Lara 2025 mit einem ersten Bundespreis ausgezeichnet.
In einer Podcast-Folge von „Geschichte ist Gegenwart“ erzählt Lara, was sie bei ihrer Spurensuche entdeckt hat. Es geht um eine Frau, die sich gegen hartnäckige Geschlechterbilder behauptet hat, um die Grenzen von Gleichberechtigung – und um die Frage, wie viel sich seit der Zeit von Annaliese Teetz verändert hat. Denn auch wenn sich viel geändert hat: Frauen sind in der Seefahrt auch heute noch deutlich in der Minderheit.
Laras Geschichte zeigt zugleich, was beim Geschichtswettbewerb möglich ist: Aus einer eigenen Frage wird eine historische Forschungsreise. Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Experten, überraschende Quellenfunde und neue Perspektiven lassen nicht nur die Vergangenheit lebendig werden, sondern führen auch mitten hinein in Fragen der Gegenwart. Für Lara war gerade das ein wichtiger Antrieb: durch Gespräche andere Blickwinkel kennenzulernen und herauszufinden, was sich aus der Geschichte für heute lernen lässt.
Zum Start der neuen Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs lädt die Podcastfolge dazu ein, selbst neugierig zu werden: Welche Geschichten warten vor der eigenen Haustür darauf, entdeckt zu werden? Welche Menschen, Erfahrungen und Konflikte sind bislang wenig bekannt? Und wohin kann eine eigene historische Spurensuche führen?