
Expanded Horizons
Foto: Henning Rogge
Neue fotografische Perspektiven
Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg und die Körber-Stiftung verfolgen mit Expanded Horizons das gemeinsame Ziel, internationalen fotografischen Nachwuchs nachhaltig zu stärken und einem Publikum neue Zugänge zu fotografischen Bildwelten zu eröffnen. Angesichts der wachsenden Bedeutung bildbasierter Medien für öffentliche Debatten und der oft begrenzten finanziellen, institutionellen und internationalen Ressourcen junger Künstler:innen entsteht hierfür eine Förder-, Ausstellungs- und Vermittlungsplattform, die langfristige Unterstützung und Sichtbarkeit ermöglicht.
Expanded Horizons versteht Fotografie als erweitertes, interdisziplinäres Medium und verbindet Preisvergabe, Produktionsförderung, Ausstellung, Vermittlung, Publikation, Alumni-Arbeit und Netzwerkbildung. Ziel des Programms ist es, vielversprechende künstlerische Positionen frühzeitig zu unterstützen, ihnen die Produktion neuer Arbeiten zu ermöglichen und ihre Sichtbarkeit im internationalen Kontext nachhaltig zu stärken. Damit knüpft die Körber-Stiftung an ihre Erfahrungen aus vergangenen Fotografieprojekten wie dem European Photo Exhibition Award (EPEA) und dem Körber Photo Award an.
Die ausgewählten Arbeiten des ersten Jahrgangs werden in einer Ausstellung im PHOXXI – Haus der Photographie Temporär der Deichtorhallen Hamburg (20.11.2026-04.04.2027) gezeigt.
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Eröffnung am 19.11.2026 im PHOXXI – Haus der Photographie Temporär der Deichtorhallen Hamburg
Jahresthema 2026
Tomorrow’s Ghosts – (Zeit)Geister des Fotografischen
Gespenster sind mehr als Figuren aus Geschichten. Sie stehen für Dinge, die eigentlich vergangen sind, uns aber trotzdem noch begleiten. In den 2020er Jahren begegnen uns solche „Geister“ auf viele Arten: Künstliche Intelligenz erzeugt täuschend echte Bilder, digitale Filter verändern unser Aussehen, und selbst in sozialen Netzwerken spricht man vom „Ghosting“, wenn Menschen plötzlich verschwinden.
Auch die Vergangenheit ist oft näher, als wir denken. Alte Konflikte, Erinnerungen und Ideen wirken bis heute nach. Gleichzeitig macht die Klimakrise sichtbar, was lange verborgen war – in der Landschaft ebenso wie in unserer Geschichte. Schmelzende Gletscher legen beispielsweise Spuren vergangener Zeiten frei und erinnern daran, wie eng Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft miteinander verbunden sind. Das Gespenstische hilft, auf solche Spuren aufmerksam zu werden. Es lenkt den Blick auf das Verborgene, das Übersehene und das, was zwischen Realität und Vorstellung liegt. Dabei kann es unheimlich, berührend, humorvoll oder überraschend sein. In der Fotografie reicht dieser Gedanke von den Geisterfotografien des 19. Jahrhunderts bis zu Bildern, die heute mit Künstlicher Intelligenz entstehen. Immer geht es um die Frage, wie Bilder unsere Wirklichkeit zeigen, verändern oder neu erschaffen.
»Tomorrow’s Ghosts« lädt Künstler:innen und Fotograf:innen ein, diese Spuren, Erscheinungen und Übergänge zu erforschen und neue Perspektiven auf unsere Gegenwart zu entwickeln.
Über den Preis
Internationale Expert:innen aus den Bereichen zeitgenössische Fotografie, Ausstellung, Sammlung, Forschung und Publikation haben Künstler:innen für die erste Ausgabe von Expanded Horizons nominiert. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte eine international besetzte Jury acht Preisträger:innen aus.
Die Künstler:innen erhalten ein Preisgeld zur freien Verfügung sowie bei Bedarf eine Produktionsförderung. Darüber hinaus umfasst der Preis die Teilnahme an der Ausstellung im PHOXXI Hamburg, ein Vermittlungsprogramm sowie eine Publikation. Die Künstler:innen werden außerdem Teil des Alumni-Programms und Netzwerks und erhalten Zugang zu professionellen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, einschließlich einer Winter School.

Die Jury
Die erste Jury bestand aus folgenden Mitgliedern:
Mirelva Berghout ist Kuratorin für Fotografie und bildbasierte Kunst mit Fokus auf Popkultur, Repräsentation und Dekolonisierung. Sie arbeitete u. a. am Foam Photography Museum, bevor sie Kuratorin für Fotografie am Stedelijk Museum wurde.
Kai-Michael Hartig ist Leiter des Bereichs Kultur der Körber-Stiftung. In seiner Arbeit entwickelt und begleitet er internationale Projekte an der Schnittstelle von Kunst, gesellschaftlichem Wandel und öffentlichem Diskurs.
Nadine Isabelle Henrich ist Kuratorin und Kunsthistorikerin mit Fokus auf Fotografie, Medienkunst und synthetische Bildpraktiken, deren Arbeit sich mit Sichtbarkeitspolitiken sowie der Dekonstruktion kolonialer und normativer Narrative befasst.
Matthias Pfaller ist Kunst- und Fotohistoriker sowie Kurator mit Fokus auf Lateinamerika, Europa und den angloamerikanischen Raum und untersucht fotografische Praktiken im Kontext von Kolonialität und Queer Theory. Aktuell arbeitet er als Assistenzkurator am Musée national d’art moderne – Centre Pompidou.
Mykola Ridnyi ist ein in Charkiw geborener Künstler, der eine Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin innehat. Seine medienübergreifende Praxis verbindet Film, Installation und Fotografie mit politisch-historischer Recherche und untersucht anhand dokumentarisch-fiktionaler Montagen Fragen von Gewalt, Erinnerung und kollektiver Erfahrung.
Preisträger:innen 2026
Anastasiia Batishcheva
Mai Do
Teresa Fischer
Nora Handsley
Lisa Mazenauer
Pavle Nikolić
Vincent Völker
Cedrik Zellweger
