Kampnagel Sommerfestival Foto: Anja Beutler

Ausschreibung für 2023

Die Ausschreibungsphase für Exil heute – künstlerische Produktionsresidenzen und die Aufführungen im Jahr 2023 hat begonnen. Bewerbungen sind bis zum 30. Oktober 2022 möglich. Gefragt sind innovative künstlerische Formate, die auf der Bühne das Thema Exil in seiner Vielschichtigkeit aufzeigen.

Was wird gefördert?

Die Grundidee der Residenz ist die Produktion oder Fertigstellung und anschließende Präsentation neuer oder für den lokalen Kontext adaptierter Bühnenarbeiten aus den Genres Theater, Performance und Tanz. Produktions- und Aufführungsort ist Kampnagel Hamburg. Gefördert werden künstlerische Projektvorhaben von exilierten aber auch nicht exilierten Personen, die sich thematisch mit dem Exil aus gegenwärtiger Perspektive beschäftigen. Raum und Gehör sollen schwerpunktmäßig die Erfahrungen von politischer Repression, Widerstand, Verfolgung und Vertreibung finden. Aber auch das Ankommen in einem neuen Land, die Beschäftigung mit Identität und das sich über die Zeit entwickelnde Verhältnis zum Exilland sowie Gedanken zur theoretischen und politischen Bedeutung des Exils in der Gesellschaft sind Themen, die in den Arbeiten aufgegriffen und verarbeitet werden können; ebenso die politische, aktivistische und/oder künstlerische Potenzialentfaltung im Exil.

Wer kann sich bewerben?

Die Ausschreibung ist international ausgerichtet und adressiert vorwiegend Künstler:innen mit eigener oder familiärer Exilerfahrung. Im Exil lebende Künstler:innen verfügen aufgrund ihrer Lebensrealität über das Wissen und die Erfahrung, in verschiedenen Gesellschaften zu leben; sie sind aufgrund ihrer vielschichtigen Identitäten und ihres transnationalen Charakters in der Lage, zu einem Entwicklungsmotor für Herkunfts- und Aufnahmeländer zu werden. Aber auch Künstler:innen ohne eigene Exilerfahrung, die sich aber mit dem Thema Exil auseinandersetzen, werden motiviert, Bewerbungen einzureichen. Gefördert werden freie, also institutionsunabhängige Künstler:innen oder Gruppen. Die ausgewählten Künstler:innen arbeiten an innovativen Ästhetiken und Formaten für Theater, Performance und Tanz.

Ausdrücklich wünschen wir uns Bewerbungen von Menschen aller Geschlechter, behinderten Künstler:innen, Schwarzen Personen, People of Color und Indigenen.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Mit der Förderung verpflichtet/verpflichten sich der/die Künstler:in/nen zur Umsetzung und Aufführung des eingereichten künstlerischen Konzepts. Die entwickelte Bühnenarbeit wird in einer der Kampnagel-Hallen bzw. ortsspezifisch im Hamburger Stadtraum uraufgeführt bzw. zur Deutschlandpremiere gebracht. Je nach Format sollte die Arbeit insgesamt mindestens dreimal auf Kampnagel gezeigt werden.

Der/Die Künstler:in/en schlagen zusätzlich ein öffentliches Vermittlungsprogramm vor, das sie während der Probenarbeit in Hamburg zusammen mit Kampnagel und der Körber-Stiftung umsetzen. Dieses kann Workshops, Panels, Publikationen (Flyer, Videos), Probenbesuche oder Werkstattformate umfassen, wobei der Arbeitsaufwand für die Künstler:innen überschaubar bleiben soll. Die Formate sollen dazu dienen, das Thema Exil stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen sowie einem interessierten Publikum Einblicke in den Arbeits- und Probenprozess zu ermöglichen.

Produktionszeiträume

Für 2023 werden zwei Arbeiten ausgewählt, wobei die erste im August 2023im Kontext des Internationalen Sommerfestivals und die zweite im Herbst 2023, und damit zu Beginn der neuen Kampnagel Spielzeitstattfinden wird.

Der Produktionszeitraum von einer bis sechs Wochen in Hamburg ist entsprechend dieser gesetzten Aufführungszeiträume zu planen. Ein Vorschlag dafür ist im Antrag anzugeben. Genaue Zeiträume werden anschließend mit dem Kampnagel-Team gefunden und abgestimmt.

Was umfasst die Förderung?

Die Förderung umfasst pro ausgewähltem Projektvorhaben

  • eine Förderung in Höhe von maximal 25.000 Euro für die Produktion, Präsentationen und das Vermittlungsprogramm der Bühnenarbeit auf Kampnagel Hamburg. Die Förderung kann zur Vollfinanzierung des Vorhabens eingesetzt werden oder bereits vorhandene Produktionsmittel ergänzen, wobei diese, sofern im Antragsbudget angegeben, zum Zeitpunkt der Antragsstellung bereits gesichert sein müssen.
  • nach Rücksprache: die kostenlose Nutzung einer Probebühne auf Kampnagel für einen Arbeitszeitraum von einer bis zu sechs Wochen zur Entwicklung, Fertigstellung bzw. Adaption des geförderten Vorhabens
  • sofern benötigt: Hin-/Rückreise des künstlerischen Teams nach/ab Hamburg
  • nach Rücksprache: Unterbringung des künstlerischen Teams für die Dauer des Arbeitsaufenthalts in Hamburg
  • technische Einrichtung und Veranstaltungsbetreuung der Produktion durch Kampnagel Hamburg
  • Beratung durch die Kampnagel-Dramaturgie und Produktion

Bedingungen und Ausschreibungstext

Bewerbung

Um sich auf die Residenz zu bewerben, senden Sie bitte folgende Unterlagen via Mail in deutscher oder englischer Sprache und in einer PDF zusammengefasst an: exilheute@kampnagel.de

  • Ausgefülltes Bewerbungsformular
  • Kurze Beschreibung des Projektvorhabens, maximal 3600 Zeichen (inkl. Leerzeichen)
  • Beantwortung der Fragen: „Was ist der Bezug des/der Künstler*in/der Gruppe zum Thema Exil heute? Warum wird das Thema behandelt? Wen adressiert das Projekt?“, maximal 1800 Zeichen (inkl. Leerzeichen)
  • Skizzierung des geplanten Vermittlungsprogramms: „Wie sollen die ästhetischen Ansätze, die künstlerischen Sprachen und insbesondere die politischen Perspektiven dem Hamburger Publikum vermittelt werden?“, maximal 1800 Zeichen (inkl. Leerzeichen)
  • Skizzierung des Projektablaufs (Projektphasen, Zeitplan) sowie der Reise- und Unterbringungsbedarfe entsprechend des Ablaufs, maximal 1800 Zeichen (inkl. Leerzeichen)
  • Detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan in EUR (Einnahmen- & Ausgabenseite auf zwei Seiten)
  • Mit der Einreichung ihrer Unterlagen stimmen die Bewerber*innen zu, dass ihre Daten zum Zweck der Jurierung von den beteiligten Projektpartnern Kampnagel und Körber-Stiftung verarbeitet werden.

Bewerbungsschluss und Benachrichtigung

Bewerbungsschluss ist der 30. Oktober 2022

Die ausgewählten Künstler*innen werden Mitte bis Ende Novemberüber die Einladung zur Residenz benachrichtigt.

Bewerbungsformular

Juryentscheid

Die Entscheidung über die Förderung fällt eine fünfköpfige Jury, bestehend aus je zwei

Vertreter*innen von Kampnagel (Corinna Humuza und Uta Lambertz) sowie der Körber-Stiftung

(Stephanie Lubbe und Dr. Sonja Wimschulte) sowie der Autorin Ronya Othmann als externe Expertin.