Europa stärken

Europa ist mehr als ein Kontinent. Europa ist ein Versprechen: auf Frieden, Zusammenarbeit, Verständigung und Vielfalt. Davon war schon unser Gründer Kurt A. Körber überzeugt. Doch seit einigen Jahren gerät dieses Versprechen zunehmend unter Druck: Russlands Krieg gegen die Ukraine, der Umgang mit Asylsuchenden und die anhaltende Debatte um EU-Beitrittsländer stellen Europas Selbstverständnis und seine Rolle in der Welt in Frage.

In der aktuellen Zeit, die von politischer Unsicherheit und globalen Herausforderungen geprägt ist, braucht es tatkräftige Akteure aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die mit ihren Stimmen und Ideen Europas Zukunft gestalten. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern setzen wir uns deshalb für ein demokratisches, handlungs- und widerstandsfähiges Europa ein. Denn: Die Herausforderungen von heute und morgen lassen sich nur gemeinsam lösen – über nationale Grenzen hinweg und in vertrauensvoller Zusammenarbeit.

In unserem Themenschwerpunkt stellen wir Projekte vor, die die Potenziale und Perspektiven Europas aufzeigen – mit Raum für Austausch und kritische Diskussion. Wir lassen Menschen zu Wort kommen, die sich in unterschiedlichen Bereichen und auf unterschiedlichste Weise für ein starkes Europa engagieren – aus Überzeugung, mit Neugier und Ideen. Und wir zeigen auf, wo das Versprechen Europas auf Frieden, Zusammenarbeit, Verständigung und Vielfalt neu bekräftigt werden muss.

Kurt A. Körber und Europa

Ohne Europa kein Frieden

Kurt A. Körber war ein überzeugter Europäer und setzte sich für ein geeintes, friedliches und kooperatives Europa ein. Die europäische Einigung verstand er als notwendige Antwort auf Nationalismus und Zerstörung der Weltkriegsjahre. Um langfristig Frieden, Demokratie und Wohlstand auf dem Kontinent zu sichern, sollten nationale Interessen zugunsten des europäischen Gemeinwohls zurückgestellt werden, schreibt er in seiner Autobiographie „Das Profit-Programm“ (1992).

Europa: Schlüssel für Sicherheit und gesellschaftlichen Fortschritt

Körbers Vision von Europa prägte früh seine Stiftungsarbeit: Er rief Projekte ins Leben, die Verständigung und Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in den Mittelpunkt stellten: Bereits 1961 initiierte Kurt A. Körber den Bergedorfer Gesprächskreis, um den Dialog über europäische und weltpolitische Themen zu fördern.

Wissenschaft verstand unser Stifter als universelle Sprache, die Grenzen überwinden und das gegenseitige Verständnis fördern kann. In diesem Sinne entwickelte er 1984, zu Zeiten des Eisernen Vorhangs zwischen Ost- und Westeuropa, den heutigen Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft, der Spitzenforscherinnen und -forscher auszeichnet. Das Ziel dieser Projekte: die grenzübergreifende Kooperation und Verständigung, um Europa zu stärken und gesellschaftlichen Fortschritt auf den Weg zu bringen.

Projekte

Stimmen für Europa

Foto: Marcus Gloger / Körber-Stiftung

„Ich bin Europäerin. Das ist mein Zuhause. [….] Unser Ziel ist es, ein europäisches Quantennetzwerk aufzubauen. Das können wir jedoch nicht alleine durch Technologie erreichen – dafür brauchen wir eine europäische Anstrengung und ein starkes europäisches Ökosystem.“

Stephanie Wehner, Pionierin auf dem Gebiet der Quanten-Netzwerke, wurde 2025 mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet.

„Als deutsche Botschafterin für die europaweite Code Week erlebe ich, wie viel Potenzial in europäischer Zusammenarbeit steckt: Wir lernen voneinander, verbinden unterschiedliche Perspektiven und schaffen Projekte, die allein nicht möglich wären. Wir brauchen mehr solcher positiver europäischer Erlebnisse – mit konkretem Impact für die Gesellschaft.“

Nele Steigerwald, Programmleiterin Code Week bei der Körber-Stiftung und Botschafterin für die Code Week in Deutschland

„Unser Stifter Kurt A. Körber hat einmal gesagt: ‚In nationalen Alleingängen werden die Europäer nicht mehr viel erreichen. Auch deshalb ist Europa eine Notwendigkeit.‘ Diesem Vermächtnis folgen wir in unserer operativen Arbeit. […]
Europa kann und muss ein Zufluchtsort sein, in dem die Idee einer freien und am Gemeinwohl orientierten Wissenschaft und Forschung zum Kern des gemeinsamen Selbstverständnisses gehört.“

Thomas Paulsen, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung

Foto: dieserbobby

„Wir alle sind Europa. Wollen wir auch künftig friedlich und frei leben, müssen wir als europäische Gemeinschaft enger zusammenrücken. Den Kommunen kommt dabei eine große Verantwortung zu: Sie sind der Hebel einer bürgernahen Politik und einer lebendigen europäischen Demokratie. In Frankfurt, dem Herzen von Europa, stellen wir uns dieser Aufgabe im vielfältigen Miteinander und dem Willen, gemeinsam Zukunft zu gestalten.“

Eileen O’Sullivan, Stadträtin in Frankfurt am Main. Die Stadt engagiert sich seit vielen Jahren beim „Stadtlabor demografischer Wandel“ der Körber-Stiftung, das interkommunalen Austausch auf europäischer Ebene fördert.

Foto: Marcelo Hernandez für Behörde für Kultur und Medien

„Europa ist bis heute eines der größten Wunder, das nur möglich gewesen ist, weil mutige Menschen nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges beschlossen haben, in Frieden und Freiheit zusammenleben zu wollen. Diesen Geist gilt es gerade heute gegen alle populistischen und spalterischen Tendenzen zu bewahren und mit Leben zu füllen. Wir haben es selbst in der Hand, unsere Zukunft zu gestalten.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien

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