Die Engagierte Stadt verbindet. Foto: Henning Schacht

Hintergrund

Menschen stärken, die Türen öffnen und Brücken bauen

Am Anfang stand für uns die Frage: Wie können wir durch die Stärkung von Engagement die Lebensqualität in den Städten erhöhen? Die Antwort war schnell klar: Eine lebendige Bürgergesellschaft lässt sich nicht verordnen, weder durch Staat, Politik, Stiftungen noch Wirtschaft. Es braucht gute Bedingungen für die Menschen, die sich jeden Tag vor Ort für bürgerschaftliches Engagement einsetzen. Es sind die vielen, die sich in den Kommunen kümmern und als Türöffner:innen, Brückenbauer:innen und Netzwerkknoten den Zusammenhalt in der Gesellschaft stiften. Sie gilt es zu stärken. Das ist das Ziel des Programms „Engagierte Stadt“: Wir wollen das enorme Wissen der Engagierten Städte verfügbar machen. In allen Städten hat sich in den letzten Jahren vieles bewegt – dank der kommunalen Engagement-Profis. Wie wichtig diese gemeinsame Arbeit einer besseren Vernetzung war, hat sich während der Covid-19-Krise gezeigt.

Und wir wollen noch mehr Menschen gewinnen, aus ihrer Stadt eine Engagierte Stadt zu machen. Denn die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nicht mehr alleine zu lösen – Klimawandel, Digitalisierung, eine bunter und älter werdende Gesellschaft, strukturschwache Regionen und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die Fragen unserer Zeit betreffen alle und können deshalb nur gemeinsam gelöst werden – von Staat, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Kräften, und zwar zusammen mit engagierten Bürger:innen.

„Menschen, die sich lokal engagieren, wollen Verantwortung übernehmen, etwas bewegen und unsere Gesellschaft mitgestalten. Dafür brauchen sie gute Rahmenbedingungen und verdienen die Unterstützung durch alle, die in der Stadt leben. Genau das hat das Programm verstanden, und deswegen sind wir von Beginn an begeistert von der Engagierten Stadt.“

Marion Zosel-Mohr und Jochen Beuckers, Sprecherin und Sprecher der Engagierten Städte

Gemeinsam werden innovative Ideen entwickelt, um Engagement zu stärken.
Gemeinsam werden innovative Ideen entwickelt, um Engagement zu stärken. Foto: Henning Schacht

Selbstverständnis der Engagierten Städte

Unser Leitbild

In einer Engagierten Stadt arbeiten Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Unternehmen gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern an einer demokratischen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft.

Wir sind davon überzeugt, dass

  • sich komplexe gesellschaftliche Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen lassen – und es dafür die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Unternehmen braucht.
  • bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung der Einwohner:innen das Rückgrat des gesellschaftlichen Miteinanders bilden – und es deshalb das Wissen um die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements und dessen Anerkennung zu stärken gilt.
  • Engagement und die Beteiligung der Zivilgesellschaft die Lebensqualität und das Zusammenleben vor Ort verbessern sowie die Attraktivität und damit die Zukunft eines Ortes sichern und deshalb zu fördern sind.
  • die beteiligten Akteur:innen vor Ort wissen, wie sie lokales Engagement stärken und gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen können – und deshalb als Expert:innen auf ihrem Weg zu unterstützen sind.
  • ein erfolgreicher Prozess ein Von- und Miteinander-lernen braucht – indem die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit vor Ort und der Entwicklung guter Rahmenbedingungen für Engagement und Beteiligung an Interessierte sowie andere Städte, Orte und Regionen weitergegeben werden.

Wir arbeiten vor Ort daran, dass

  • es für alle Einwohner:innen möglich und einfach ist, sich freiwillig zu engagieren und sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
  • Vertreter:innen der kommunalen Politik und Verwaltung, lokaler Unternehmen sowie der Zivilgesellschaft auf Augenhöhe zusammenarbeiten – damit jede:r sein jeweiliges Wissen und Können einbringen kann, gemeinsam Ziele entwickelt, verbindliche Absprachen getroffen und wirksame Maßnahmen umgesetzt werden.
  • es gute und verlässliche Rahmenbedingungen für engagierte Einwohner:innen gibt, um lokale Herausforderungen auch zukünftig gemeinsam zu lösen.
  • eine langfristig gesicherte Informations-, Vernetzungs- und Koordinierungsstelle existiert, die alle Akteur:innen vor Ort in ihrem Engagement unterstützt, über Mitwirkungsmöglichkeiten informiert und die Arbeit koordiniert.
  • es eine Verständigung über die Chancen und Grenzen bürgerschaftlichen Engagements sowie eine wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen gibt.
  • Im Austausch mit anderen werden gemeinsame Herausforderungen identifiziert.
    Im Austausch mit anderen werden gemeinsame Herausforderungen identifiziert. Foto: Jörg Farys
  • Regelmäßige Netzwerktreffen schaffen Verbindungen und bieten eine Plattform für Begegnung.
    Regelmäßige Netzwerktreffen schaffen Verbindungen und bieten eine Plattform für Begegnung. Foto: Henning Schacht
  • Wie können wir voneinander lernen? Die Engagierten bringen einen großen Erfahrungsschatz mit, von dem alle profitieren.
    Wie können wir voneinander lernen? Die Engagierten bringen einen großen Erfahrungsschatz mit, von dem alle profitieren. Foto: Jörg Farys
  • Das Netzwerk der Engagierten Städte geht durch die ganze Bundesrepublik und verbindet die unterschiedlichsten Regionen miteinander.
    Das Netzwerk der Engagierten Städte geht durch die ganze Bundesrepublik und verbindet die unterschiedlichsten Regionen miteinander. Foto: Claudia Höhne

Interview mit Eva Nemela

Eva Nemela leitete bis Mitte 2020 das Programmbüro der Engagierten Stadt. Hier spricht sie über Effizienz durch Zusammenarbeit, Trisektoralität und die Frage, warum man unbedingt mitmachen sollte.

Thomas Friemel: Es gibt 30 Millionen Engagierte in Deutschland. Wozu braucht es da die Engagierte Stadt?

Eva Nemela: Weil es zwar ganz viel Engagement gibt, aber zu wenig Ressourcen dafür. Es gibt bei engagierten Menschen, gemeinnützigen Organisationen und Vereinen immer auch eine gewisse Konkurrenz um das Umsetzen des jeweils eigenen Anliegens, um Mitstreitende und manchmal auch um die Deutungshoheit über Themen. Und auch die finanziellen Mittel sind begrenzt. Die Grundversorgung für soziale Aufgaben in einer Stadt übernimmt in der Regel die Kommune. Daneben gibt es Angebote, die diese Grundversorgung um professionelle Dienstleistungen ergänzen. Und es gibt eben die Freiwilligenangebote, die von Menschen gestaltet werden, die sich für ein bestimmtes Thema begeistern und im sozialen Spektrum eine Lücke entdeckt haben und deswegen etwas auf die Beine stellen wollen.

Und insbesondere hier fehlen die Ressourcen?

Genau. Es ist doch so: Im Grunde arbeiten sehr viele an den gleichen Dingen, mit der gleichen Zielgruppe, an den gleichen Zielen – nur auf unterschiedlichen Wegen. Ganz selten werden diese verschiedenen Aktivitäten so klug zusammengebunden, dass sie gemeinsam mehr bewirken können. Wir sollten also die wenigen Ressourcen effizient und zielgerichtet einsetzen, um eine höhere Wirkung zu erzielen. Genau das macht das Programm Engagierte Stadt.

Gab es Vorbilder für dieses Programm?

Unsere Methode nennt sich „collective impact“, also „gemeinsam Wirken“. Sie stammt aus den USA und bedeutet, dass unterschiedliche Akteur:innen mit unterschiedlichen Maßnahmen aufeinander abgestimmt ein gemeinsames Ziel verfolgen und umsetzen. Man arbeitet zusammen, weil man gemeinsam eben mehr erreichen kann. Und ich würde immer noch ergänzen: Weil so die Ressourcen effizient eingesetzt sind. Die Methode ist also tatsächlich nicht neu, wir haben sie aber zum ersten Mal in Deutschland in großem Umfang und zielgerichtet im kommunalen Raum umgesetzt. Das Besondere ist außerdem, dass wir nicht vorgeben, was vor Ort konkret passieren soll. Diese Offenheit in einem bundesweiten Förderprogramm, das mit so vielen Kommunen arbeitet, ist bis heute einzigartig in Deutschland.

Warum haben Sie sich auf Städte von 10.000 bis 100.000 Einwohner:innen konzentriert?

Ganz einfach: Man muss voneinander wissen, um miteinander arbeiten zu können. Es hilft, wenn es überschaubar ist, welche Akteur:innen an welchen Themen arbeiten. Und außerdem konnten wir in diesen Strukturen lernen, ob unsere Idee überhaupt funktioniert.

Die Zusammenarbeit in den Engagierten Städten ist von der sogenannten Trisektoralität geprägt. Was ist das?

Trisektoralität meint die drei Sektoren Politik und Verwaltung, Unternehmen und Wirtschaft sowie die Zivilgesellschaft, also Vereine und Bürger:innen. Trisektorale Zusammenarbeit im Programm heißt, dass es engagierte Menschen aus all diesen Sektoren braucht, um gesellschaftliche Herausforderungen in der Stadt zu lösen. Die Engagierte Stadt hilft, indem sie Raum für die Zusammenarbeit schafft. Einen Raum, in dem Menschen sich einbringen, Ideen entwickeln und umsetzen können. Und das ist nicht allein Aufgabe der Menschen aus der Zivilgesellschaft, sondern der gesamten Stadt, also auch von Verwaltung und Politik sowie der lokalen Unternehmen.

Wie soll das gelingen?

Es geht darum, gute Rahmenbedingungen und Strukturen aufzubauen und nachhaltig aufrechtzuerhalten, in denen Menschen sich einbringen können und Unterstützung und Anerkennung für ihr Engagement erfahren. Denn wenn es dieses soziale Wirken durch Engagierte mit all ihren Maßnahmen und Angeboten nicht gibt, bricht unglaublich viel weg, was eine Stadt lebenswert macht. Und spätestens dann haben auch Politik und Wirtschaft ein Problem.

Städte lebenswert machen und erhalten – ist das die Vision der Engagierten Stadt?

Ja. Weil wir daran glauben, dass eine Stadt ohne Engagement und Beteiligung nicht lebenswert und der Zusammenhalt in einer Gesellschaft nicht gegeben ist. Denn wenn es keine Menschen und Vereine mehr gibt, die sich engagieren, die Räume der Begegnung und des Wohlfühlens schaffen, die soziale Bindungen aufbauen, dann fehlt einer Stadt das Herz.

Die Engagierte Stadt versteht sich zudem als Lernnetzwerk. Was bedeutet das?

Das Lernnetzwerk kann man auf zwei Ebenen sehen. Zum einen auf der Ebene der Träger:innen des Programms: Mit dieser großen Anzahl an sehr unterschiedlichen Städten und Gemeinden zusammenzuarbeiten, mit so vielen aufgrund der Themenoffenheit noch nicht definierbaren Ergebnissen, ist ziemlich neu und hat sich entwickeln müssen. Wir lernen als Programmträgerin sehr viel von dem, was in den Engagierten Städten passiert. Vieles von dem, was wir uns theoretisch gedacht haben, führt manchmal in der Praxis in eine ganz andere Richtung, und wir passen unsere Angebote daran an.

Und die zweite Ebene?

Das ist ein Lernnetzwerk für die Teilnehmenden im Programm. So unterschiedlich die derzeit 47 Städte und Gemeinden im Programm sind, die Fragen sind immer die gleichen: Wie können wir zusammenarbeiten? Wen gibt es eigentlich vor Ort? Wen müssen wir einbinden? Auch die Aufgaben sind verwandt: der Aufbau einer Datenbank oder einer Freiwilligenagentur, das Zusammenbinden von bestehenden Vereinen, die Entwicklung einer Engagementstrategie. Wie die Antworten gefunden werden, ist abhängig davon, wie eine Stadt individuell tickt.

Entwickeln sich die Engagierten Städte denn mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten?

Ja, die Geschwindigkeit wird durch zwei Faktoren beeinflusst: einmal durch die bereits bestehenden Engagement-Infrastrukturen und den Grad der Zusammenarbeit mit der kommunalen Politik und Verwaltung. Engagierte Städte, die nur wenig politische Unterstützung erfahren, erreichen ihre Ziele deutlich langsamer. Der zweite Faktor sind Personalwechsel in den entscheidenden Positionen. Wenn Bürgermeister:innen oder Amtsleiter, gemeinnützige Träger oder Kooperationspartner:innen wechseln, dann muss man manchmal wieder von vorne anfangen. Mit den entscheidenden Menschen geht nicht nur ganz viel Wissen, sondern auch Vertrauen verloren.

Foto: Claudia Höhne

„Ohne Engagierte fehlt einer Stadt das Herz“

Eva Nemela

Das gilt sicher auch für Sie als Programmträgerin. Sie selbst sind seit 2017 dabei. Auf welche Erfolge blicken Sie zurück?

Am beeindruckendsten finde ich es, mitzuerleben, dass Menschen angezündet werden von der Idee, gemeinsam mehr erreichen zu können. Dass sie sehen: Es macht Sinn, zusammenzuarbeiten und nicht nebeneinander her. Und ich bewundere jede:n Koordinator:in, jede:n Fürstreiter:in, denn es braucht unglaublich viele Kompetenzen, Herzblut und Überzeugungskraft, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven ins Boot zu holen und über eine lange Zeit mitzunehmen.

Und welche konkreten Projekte sind Ihnen im Kopf geblieben?

Zum Beispiel, dass sich die Engagierte Stadt Bocholt quasi eine eigene Geschäftsordnung und Verfassung gegeben hat und dort über 30 Netzwerkpartner:innen mit dabei sind. Dass in Flensburg mit einem großen Aufwand ein stadtweiter Beteiligungsprozess auf die Beine gestellt wird, um zusammen eine Engagementstrategie zu entwickeln. Aber auch kleinere Aktionen wie in Apolda, wo sich jeden ersten Montag im Monat im lokalen Museum die Bürger:innen treffen, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Und dass es Menschen gibt, die vor Ort immer wieder etwas bewegen, obwohl sie schon tausend andere Sachen machen. Das finde ich grandios.

Schauen Sie sich in der Evaluation weniger die konkreten Projekte an und vielmehr die Strukturen?

Wir messen die Wirkung des Programms daran, wie stark lokal zusammengearbeitet wird. Wir fragen: Welche Rahmenbedingungen für Engagement und Beteiligung wurden geschaffen? Wir fragen nicht: Welche Rahmenbedingungen für Engagement wurden im Bereich Integration geschaffen? Wir wollen wissen: Wie steht es generell um die Rahmenbedingungen für Engagement und Beteiligung bei euch? Redet ihr darüber miteinander? Arbeitet ihr gut zusammen? Wir glauben, dass die Förderung der Zusammenarbeit nachhaltiger ist, als einzelne Maßnahmen zu fördern.

Das heißt auch, dass die Programmträger nicht selbst die Akteure vor Ort ansprechen?

Richtig. Die Verantwortung für die Zusammenarbeit vor Ort liegt im Ort, die liegt nicht bei uns. Die Stadt entscheidet, wie sie zusammenarbeitet und was sie aufbaut. Wir begleiten sie dabei und bieten Unterstützung an. Wir haben festgestellt: Wenn diese Unterstützung angenommen wird, wird die Entwicklung schneller und die Arbeit einfacher. Aber wir schmeißen niemanden raus, der die Unterstützung nicht will.

Wagen wir einen Sprung in die Zukunft: Die Phase 3 des Programms startet im Juli 2020 und wird für weitere drei Jahre laufen. Was sind die Schwerpunkte?

Die Phase 3 legt den Fokus auf das Lernnetzwerk der Engagierten Städte. In den bisherigen fünf Jahren ist in den 47 Städten viel entstanden: Strukturen, Maßnahmen, Themen, tolle Lösungen und Praxisbeispiele, die man sehr gut übertragen kann. Und es gibt in Deutschland einfach viele weitere Städte und Gemeinden, denen Engagement und Beteiligung auch sehr wichtig sind und die schon viel tun, aber vielleicht noch mehr tun oder noch besser zusammenarbeiten können. Und es gibt noch sehr viele Städte und Gemeinden, in denen es noch nicht selbstverständlich ist, dass sich Mitarbeiter:innen aus der Politik und Verwaltung mit Menschen aus der Zivilgesellschaft zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie sich die Stadt gut entwickeln kann.

Eine wesentliche Änderung in Phase 3 ist, dass die finanzielle Förderung vor Ort wegfällt. Warum?

Der große Wechsel von Phase 2 zu Phase 3 liegt darin, dass die finanzielle Förderung der lokalen Aktivitäten vor Ort in die Verantwortung vor Ort gegeben wird. Als Lernnetzwerk begleiten und unterstützen wir die Ziele, die die Engagierten Städte verfolgen: durch Beratung und Begleitung, durch Tandems zwischen Engagierten Städten, durch die Möglichkeit, sich regional und bundesweit auszutauschen, durch Qualifizierungen, wo möglich vielleicht auch durch themengebundene Fördermöglichkeiten. Wir glauben, dass es langfristig nachhaltiger ist, wenn Entwicklungen in einer Stadt auch durch starke Netzwerke vor Ort gefördert werden. In ganz vielen Engagierten Städten hat das Programm so viel Wert für die Stadt entwickelt, dass es zum Beispiel von der Stadt oder anderen Partnern weiter finanziert wird.

Für viele war aber sicher auch das Förderkapital wichtig...

Das stimmt. Es geht uns aber darum, ein bundesweites Lernnetzwerk aufzubauen, in dem Menschen sich versammeln, die gemeinsam an dem Gleichen arbeiten und voneinander lernen. Und dadurch dann auch Ressourcen sparen. Das betrifft auch die Frage, wie die Zusammenarbeit vor Ort langfristig aufgestellt sein wird, da auch die Koordinierung der Zusammenarbeit in der Regel eine gesicherte Finanzierung braucht. Unser Ziel ist es, hier übertragbare Lösungen zu identifizieren. Finanzielle Mittel für die Entwicklungen im Lokalen, so wichtig und richtig sie sind, sind daher nicht die Hauptmotivation zum Mitmachen. Das Netzwerk der Engagierten Städte ist ein Netzwerk der Haltung.

Die Engagierten Städte haben sich zuletzt in einem einjährigen, partizipativen Prozess ein Selbstverständnis gegeben. Warum brauchte man das jetzt?

Weil es bisher nichts gab, was die Gemeinsamkeit der Städte und gleichzeitig ihre Vielfalt der Maßnahmen und Herangehensweisen beschrieben hat. Wir sind als ein lernendes Programm mit einer klaren Wirkungsfokussierung gestartet: Das sind die Ziele, das sind die Maßnahmen, das machen wir. Und dann haben wir im Verlauf ganz viel angepasst an das, was die Engagierten Städte wirklich brauchen. So waren wir in einem ständigen Prozess. Da war der Wunsch der Engagierten Städte nur konsequent und richtig, selbst zu beschreiben, was alle verbindet. Daraus ist das Selbstverständnis der Engagierten Städte entstanden. Es beschreibt die Haltung, Aufgaben und Handlungsfelder, an denen die Engagierten Städte arbeiten. Bewusst beschrieben als Prozess: Wir arbeiten daran.

Handbuch der Engagierten Stadt