Grafik: Körber-Stiftung

Immersive History Lab Studio

Alles auf Anfang? Erinnerung neu denken, Geschichte anders erzählen

„Alles auf Anfang?“ – diese Frage stellen die Journalistin Hadija Haruna-Oelker und der Autor Max Czollek in ihrer Bestandsaufnahme der deutschen Erinnerungskultur. Sie richtet sich gegen ein Nie wieder!, das zur Floskel erstarrt ist, gegen eine Erinnerungspraxis, die allzu oft der moralischen Selbstvergewisserung der Mehrheitsgesellschaft dient – und gegen Formen des Gedenkens, die medial wie ästhetisch im 20. Jahrhundert verharren.

Doch wie kann Erinnerungskultur in einer durch Medienwandel, Migration und Transnationalisierung geprägten Gesellschaft neu wirksam werden?
Wie kann sie zum Motor eines pluralen, konfliktoffenen Wir werden?
Und welche Rolle kann Kunst dabei spielen, wenn es darum geht, vielfältigere, lebendige Narrative über die Vergangenheit zu entwickeln – neue Verknüpfungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herzustellen oder ihre Grenzen bewusst verschwimmen zu lassen?

Grafik: Körber-Stiftung

Bewerbungsphase abgeschlossen / Immersive History Lab Studio

Wir freuen uns darauf, ab Juni gemeinsam in das Immersive History Lab Studio zu starten und mit jungen Memory Workers in drei Online-Workshops medienkünstlerische Ansätze für eine partizipative, debatteninitiierende, herausfordernde, spekulative und ergebnisoffene Erinnerungskultur von morgen zu ergründen. Begleitet wird das Programm von Künstler:innen, Kurator:innen und Forscher:innen, die als Gäst:innen dabei sein werden.

Außerdem können sich die Teilnehmenden auf einen Impulsvortrag sowie auf ein begleitendes Programm im Rahmen unseres Transgressive Memory Festivals im September freuen. Wir bedanken uns für die Vielzahl an Bewerbungen.

Das Immersive History Lab

Seit fast fünf Jahren begleitet das Programm eCommemoration der Körber-Stiftung den Wandel der Erinnerungskultur im digital-medialisierten Zeitalter. Mit zeitgenössischer Medienkunst hinterfragen wir erinnerungskulturelle Gewissheiten, öffnen Diskurse um Grundsatzfragen des Erinnerns, legen den Finger in die Wunden abgenutzter Gedenkformen und verleihen oft überhörten Communities und ihren Geschichten eine Stimme.

Mit dem Immersive History Lab haben wir uns 2025 auf die Suche nach neuen medienkünstlerischen Formen der Begegnung mit Geschichte begeben: Projekte, in denen Vergangenheit aus der Gegenwart heraus erfahrbar wird – gestaltet, geframed und sinnlich vermittelt durch digitale Medien.