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dOrt – Die Dritte Orte Konferenz

dOrt – Die Dritte Orte Konferenz ist für alle, die Begegnung möglich machen – von Nachbarschaftstreffs über Kulturhäuser bis hin zu gemeinschaftlich genutzten Räumen. Hier kommen Engagierte aus Zivilgesellschaft, Kommunen, Verwaltung, Politik, Kultur und Wissenschaft zusammen, um voneinander zu lernen und gemeinsam die Zukunft Dritter Orte zu gestalten. Ziel der Konferenz ist es, die Vernetzung und Sichtbarkeit dieser Orte in Deutschland zu stärken.

Das war dOrt – Die Dritte Orte Konferenz 2026

Die erste dOrt-Konferenz fand am 26. und 27. Februar im KörberHaus in Hamburg-Bergedorf statt und stieß auf große Resonanz: Über 600 Menschen meldeten sich an, rund 170 Teilnehmende waren vor Ort dabei. Den Auftakt bildete ein informelles „Mingle & Jingle“, das Raum für erste Begegnungen und Gespräche bot und ein Überraschungsprogramm beinhaltete wie z.B. eine gemeinsame Body Percussion Session mit Body Rhythm Hamburg und Hummustopia, bei dem man sich mit einem Teller Hummus lecker streiten konnte.

Am Freitagmorgen eröffnete Vorständin Eva Nemela die Konferenz. Anschließend setzte Yared Dibaba mit einem inspirierenden Impuls zu Vielfalt und Offenheit an Dritten Orten den Ton für den Konferenztag. Danach diskutierte Julia André mit Martina Glass vom Netzwerk für Demokratische Kultur e.V., Katrin Schmieder, Oberbürgermeisterin der Stadt Norderstedt, Sarah Herbst, Forscherin am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen und Samo Darian, Programmleiter des Förderprogramm Aller.Land darüber, wie Dritte Orte Gesellschaft gestalten. Den Abschluss a, Vormittag machten Marcel Beging von SP!N PLACE, Corinna Köbele von der Künstlerstadt Kalbe und Marie Kressel von den Hamburger Bücherhallen in einem Kettengespräch, in dem sie von ihren eigenen Dritten Orten erzählten. Nach der Mittagspause tauschten sich die Teilnehmenden in Workshops über Erfahrungen, Herausforderungen und neue Ideen aus. Zum Abschluss brachte Katarina Peranić die zentrale Erkenntnis auf den Punkt: „Wir haben nicht nur Erfahrungen ausgetauscht. Wir haben begonnen, ein Feld zu definieren. Ein Feld, das bisher oft fragmentiert war. Ein Feld, das in unterschiedlichen Programmen, Ressorts und Zuständigkeiten verankert war. Ein Feld, das jetzt beginnt, sich als gemeinsame Stimme zu verstehen. Das ist entscheidend. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht lokal – aber er braucht politische Sichtbarkeit. Dritte Orte brauchen nicht nur Engagement. Sie brauchen Anerkennung. Sie brauchen strukturelle Verankerung. Sie brauchen eine starke, gemeinsame Stimme.“

Die Workshops

Zwischen Kuratierung und Alltag: Kulturorte als Dritte Orte denken

Was verbindet Museen, Opern, Theater und soziokulturelle Zentren als Dritte Orte – und wo liegen Unterschiede? In einem interaktiven Workshop tauschten sich die Teilnehmenden über Haltungen, Räume und Rollen ihrer Einrichtungen aus und machten dabei gemeinsame Herausforderungen sowie Spannungsfelder sichtbar. Der Fokus lag auf dem gegenseitigen Lernen: Welche Impulse lassen sich in die eigene Praxis übertragen – und welche Veränderungen können daraus entstehen?

Mit:

Kristina Rahe, Bundesverband Soziokultur

Louisa Riedel, Beisheim Stiftung

Wie werden Dritte Orte langfristig fit für die Zukunft?

In einem interaktiven Workshop sammelten die Teilnehmenden gemeinsam Ideen für nachhaltige Partnerschaften, geeignete Trägerschaften und tragfähige Betriebsstrukturen. Anhand zweier fiktiver Fallbeispiele – eines urbanen und eines ländlichen – entwickelten sie in Kleingruppen konkrete Ansätze für Umsetzung und Betrieb. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und durch Erfahrungen aus den jeweiligen Netzwerken ergänzt.

Mit:

Tobias Bäcker, Initiative Netzwerk Dritte Orte

Anne Kruse, Netzwerk Zukunftsorte

Wer kommt – und wer fehlt (noch)? Mehr Perspektiven an Dritten Orten abbilden

Dritte Orte bieten großes Potenzial, um Begegnung und ein gutes gesellschaftliches Miteinander vor Ort zu stärken. Im Workshop erkunden wir mit Blick in Forschung und Praxis, wie wir dieses Potenzial am besten ausschöpfen und was wichtig ist, damit Dritte Orte auch möglichst unterschiedliche Menschen ansprechen. Ziel des Workshops ist es, einen neuen Blick auf die eigenen Zielgruppen zu bekommen, Erfahrungen auszutauschen und praktische Ideen für die Ausrichtung und Angebote vor Ort mitzunehmen.

Mit:

Inga Gertmann, More in Common Deutschland

Dritte Orte und bürgerschaftliches Engagement. Hürden, Potenziale und Gelingensbedingungen

Dritte Orte sind – sowohl in der Stadt als auch auf dem Land – wichtige Begegnungsräume für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Workshop tauschten sich die Teilnehmenden über Hürden und Potenziale für bürgerschaftliches Engagement aus und diskutierten, wie Zivilgesellschaft auf Augenhöhe eingebunden und Engagierte bei der Entwicklung und Gestaltung solcher Treffpunkte besser unterstützt werden können.

Mit:

Dr. Lilian Schwalb, Bundesnetzwerk Bürgerschafltiches Engagement (BBE)

Ramona Ehret, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Demokratie-Fitness

Im interaktiven Workshop stärkten die Teilnehmenden zentrale Fähigkeiten für eine lebendige Demokratie: die eigene Haltung klar formulieren, Sicherheit im Sprechen gewinnen und anderen aufmerksam zuhören, um unterschiedliche Perspektiven wirklich zu verstehen. Durch praktische Übungen und Austausch erhielten die Teilnehmenden Impulse, demokratische Kompetenzen im Alltag bewusst zu trainieren.

Mit:

Helena Peltonen-Gaßmann, Mehr Demokratie e.V.

Jasmin Geissler, Mehr Demokratie e.V.

Karin Volbracht, Mehr Demokratie e.V.

Von der Idee zur Aktion: Dritte Orte als Mitmach-Zentralen

Demokratie lebt vom Mitmachen – und Dritte Orte schaffen Räume für Begegnung und Teilhabe. Im Workshop entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam Ideen für Mitmach-Aktionen rund um den Ehrentag, der zum ersten Mal am 23. Mai 2026 stattfindet. Ziel war es, niedrigschwellige Formate zu entwerfen, die Menschen zusammenbringen und das stärken, was unsere Gesellschaft verbindet.

Mit:

Hannes Jähnert, Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)

Kontakt

Dorothea Kerrutt

Programmleiterin
Engagement und Begegnung

Sarah Schneider

Programm-Managerin
Engagement und Begegnung

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