Foto: Jann Wilken

2x hören: Keine Angst vor Georg Friedrich Haas

Jahrhunderte nach den Romantikern zieht das Nächtliche auch Georg Friedrich Haas magisch an. Die Titel vieler seiner Werke sind voller Anspielungen an Stimmungswelten des 19. Jahrhunderts – und erst recht seine Musik lässt die Hörenden eintauchen in einen geheimnisvollen Raum jenseits des Bekannten: faszinierende Klänge, Ober- und Zwischentöne erzeugen eine sinnliche Welt der schwebenden seelischen Zustände, die unsere Wirklichkeit transzendieren…

Lange hat der 1953 in Graz geborene Komponist auf den internationalen Erfolg seiner mittlerweile heißbegehrten Werke warten müssen. Nach Anfängen in der seriellen Kompositionstechnik erweiterte er den Klangraum seiner Werke zunehmend um Obertonharmonik und vielschichtige Formen von Mikrotonalität. Auch treten, unter dem Einfluss der spektralen Musik, psychoakustische Phänomene wie auskomponierte Schwebungen und Klangspaltungen immer wieder in seinen Werken auf, die von allen renommierten Orchestern und Solisten aufgeführt werden.

Als Meister fragiler expressiver Klangwelten zeigt sich Georg Friedrich Haas auch in seinem Stück … wie ein Nachtstück für drei Akkordeons aus dem Jahr 1990: hochsensible Gratwanderungen zwischen Klang und Stille, Dunklem und Düsterem, Zauber und Zerbrechlichkeit. Der große Akkordeon-Poet Teodoro Anzellotti bringt es gemeinsam mit Tizia Zimmermann und Inga Piwowarska zum Klingen – und taucht gemeinsam mit Musikvermittler Rafael Rennicke ein in die geheimnisvollen Welten diesseits und jenseits des Notentextes.

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2× hören: Keine Angst vor Georg Friedrich Haas

Impressionen

  • Von links: Teodoro Anzellotti, Inga Piwowarska und Tizia Zimmermann.
    Von links: Teodoro Anzellotti, Inga Piwowarska und Tizia Zimmermann. Fotos: Jann Wilken
  • Tizia Zimmermann
    Tizia Zimmermann
  • Teodoro Anzellotti
    Teodoro Anzellotti
  • Inga Piwowarska
    Inga Piwowarska
  • Mit dem Moderator Rafael Rennicke
    Mit dem Moderator Rafael Rennicke

Teodoro Anzellotti

Teodoro Anzellotti, in Italien geboren und in Deutschland aufgewachsen, gehört zu den herausragenden Akkordeonisten unserer Zeit. Über 400 Werke, die eigens für ihn in verschiedensten Besetzungen geschrieben wurden, brachte er bislang zur Uraufführung, u. a. von Luciano Berio, Mauricio Kagel, Isabel Mundry, Wolfgang Rihm, Rebecca Saunders, Salvatore Sciarrino oder Hans Zender. Er unterrichtet als Professor an der Musikhochschule Freiburg sowie an der Hochschule der Künste Bern.

Tizia Zimmermann

Tizia Zimmermann, gebürtige Schweizerin, studierte bei Teodoro Anzellotti an der Hochschule der Künste Bern, wo sie 2020 den Master Performance mit Auszeichnung abschloss. Sie spielt in verschiedenen Formationen mit Fokus auf zeitgenössischer Musik, freier Improvisation und experimenteller Musik. Außerdem ist sie im Gamut Kollektiv, der Konzertr

Inga Piwowarska

Die polnische Akkordeonistin Inga Piwowarska studierte zunächst an der Musikakademie Lodz bei Bogdan Dowlasz, dann in Bern in der Klasse von Teodoro Anzellotti. Sie ist Mitglied in den Ensembles TonTanz und Gingeran. Seit 2021 ist sie auch als Lehrerin tätig und begeistert den Nachwuchs für das Akkordeonspiel.