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2× hören: Keine Angst vor György Kurtág

2× hören zu Ehren György Kurtágs, der am 19. Februar 2026 seinen 100. Geburtstag feiert. Der Ungar ist einer der wichtigsten Komponisten unserer Zeit mit der wohl eigenwilligsten Klangsprache der Moderne: mit Kürze, die Tiefenschichten aufreißt. Wenige Töne genügen ihm, um ganze Universen zu öffnen. Viele seiner Werke dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur einige Sekunden. Miniaturen, die der Flüchtigkeit der Improvisation entwachsen und sich in dieses ungreifbare Vergängliche wieder zurückziehen. Kurtág kann an ihnen oft jahrelang feilen. „Was ich will, ist, dass jeder Moment wesentlich und wichtig ist, ohne die Balance zwischen zu wenig und zu viel aufzugeben. Vor allem sollte alles Überflüssige weggelassen werden, also das meiste an Ausdruck und Inhalt mit den wenigsten Tönen formuliert werden.“ In Kurtágs Musik zeigt sich die Sensibilität eines Künstlers, der um die Kostbarkeit des Augenblicks und die ihm innewohnende Schönheit weiß.

So auch in den „Hölderlin-Gesängen“ op. 35a für Bariton solo, sechs meist unbegleiteten Liedern, zwischen einer und drei Minuten lang. Über den Bariton Benjamin Appl sagt Kurtág: „Ich glaube, dass Benjamin derzeit der authentischste Interpret meiner Hölderlin-Gesänge ist.“ Und Appl selbst sagt über die „Hölderlin-Gesänge“: „Bis zum heutigen Tag ist die Arbeit an ihnen nicht abgeschlossen, sie bleibt für mich eine Lebensaufgabe.“ Im Körber-Forum wird Benjamin Appl die „Hölderlin-Gesänge“ zweimal zur Aufführung bringen – dazwischen, im Gespräch mit Musikvermittler Rafael Rennicke, sich ihren Geheimnissen annähern und von seinen Begegnungen mit dem Komponisten berichten: „Wie kaum eine andere Person“, so Appl über Kurtág, „prägte er mich als Musiker und Mensch.“

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Impressionen

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Benjamin Appl

Benjamin Appl ist einer der führenden Baritone seiner Generation. Geboren in Regensburg, erhielt er eine gründliche sängerische Ausbildung als Mitglied der Regensburger Domspatzen, bevor er in München bei Edith Wiens und Helmut Deutsch Gesang studierte und außerdem der letzte Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau war. Er gastiert international als Solist in Opern und Konzerten und ist Professor für deutsches Lied an der Guildhall School of Music and Drama in London. 2024 veröffentlichte er gemeinsam mit den Pianisten Pierre-Laurent Aimard und James Baillieu das Album „Lines of Life“ mit den „Hölderlin-Gesängen“ von György Kurtág und Liedern von Franz Schubert.