
Hamburg Science Summit 2025: Europas Wissenschafts- und Innovationsmodell neu gedacht
Das europäische Wissenschaftsmodell setzt auf akademische Freiheit und Gemeinwohlorientierung – hat aber Schwierigkeiten, Forschung in Innovation zu übersetzen und politische Ausrichtung zu akzeptieren.
Geprägt von der Aufklärung und Humboldts Bildungsideal basiert das europäische Wissenschaftsmodell auf den Prinzipien akademischer Freiheit und einem Einsatz für das Gemeinwohl. Dies unterscheidet es von anderen Modellen, die stärker wirtschaftlichen Nutzen oder politische Steuerung betonen. Doch Europa hat notorisch Schwierigkeiten, wissenschaftliche Entdeckungen in marktfähige Innovationen zu überführen, und neigt dazu, die Einbindung von Wissenschaft in politische Prioritäten zu scheuen – etwa im Bereich Verteidigung. Soll Europa die Prinzipien, die seine Forschungskultur lange geprägt haben, neu justieren – und damit auch den Gesellschaftsvertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft? Oder lassen sich seine normativen Grundlagen so weiterentwickeln, dass sie heutigen wirtschaftlichen und strategischen Anforderungen gerecht werden?
- Lidia Borrell-Damián, Generalsekretärin, Science Europe
- Robbert Dijkgraaf, designierter Präsident, International Science Council; ehemaliger Wissenschaftsminister der Niederlande
- Sheila Jasanoff, Harvard University
- Moderation: Helen Czerski


