9. Vermögens- und Finanzbericht 2024
Rahmenbedingungen
Als operativ tätige gemeinnützige Stiftung ist die Körber-Stiftung auf stabile und planbare Erträge angewiesen. Grundlage hierfür ist eine beständige Stärkung der Vermögenssubstanz mit dem Ziel des realen Vermögenserhalts. Diesem Ziel entspricht ein langfristiger Anlagehorizont. Bei der diversifizierten Allokation des Vermögens konzentriert sich die Stiftung auf Sachwerte.
Die Grundsätze der Vermögensverwaltung sind in einer vom Vorstand verabschiedeten Richtlinie zur Vermögensverwaltung festgelegt. Sie regelt unter anderem auch die Verwendung von Stiftungsvermögen und enthält Bestimmungen zum Jahresabschluss.
Governance
Der Vorstand der Körber-Stiftung ist als Exekutive für die Vermögensanlage sowie die Erfüllung der Satzungszwecke durch operative Arbeit und Förderung verantwortlich. Der Stiftungsrat, der zweimal im Jahr tagt, überwacht die Tätigkeit des Vorstands. Dazu gehört insbesondere die Genehmigung des jährlich vom Vorstand aufzustellenden Plans über die Verwendung der Mittel der Stiftung für die Satzungszwecke und andere gemeinnützige Zwecke. Das Kuratorium, das im Jahr 2024 viermal tagte, überwacht die Vermögensverwaltung der Stiftung und entscheidet über die Ausübung von Rechten bei Gesellschaften, an deren Kapital die Stiftung mit über 20 Prozent beteiligt ist.
Die Stiftung erstellt jährlich einen Abschluss nach Handelsgesetzbuch unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Der Jahresabschluss zum 31.12.2024 wurde von der COUNSEL TREUHAND GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft/Steuerberatungsgesellschaft testiert. Zum genannten Zeitpunkt verfügte die Körber-Stiftung über ein Eigenkapital von 562 Mio. Euro (Vorjahr: 556 Mio. Euro) bei einer Bilanzsumme von 584 Mio. Euro (Vorjahr: 578 Mio. Euro).

Aufteilung des Vermögens
Die Körber AG, ein international tätiger Technologiekonzern mit Hauptsitz in Hamburg, bildet die wesentliche Säule des Vermögens; die Körber-Stiftung hält 100 % an der Körber AG. Darüber hinaus ist das Vermögen überwiegend in Immobilien investiert (vgl. Grafik Vermögensaufteilung).
Insgesamt besteht das Immobilienportfolio aus mehreren Gewerbe- und Wohnimmobilien in Deutschland, welche die Körber-Stiftung direkt oder indirekt (über Beteiligungen an Grundstücksgesellschaften) hält.

Satzungsgemäße Aufwendungen
Die Körber-Stiftung vereinnahmt jährlich eine Dividende aus der Beteiligung an der Körber AG und erwirtschaftet weitere Vermögenserträge. Im Jahr 2024 konnte ein Überschuss aus Vermögensverwaltung von 34,8 Mio. Euro (Vorjahr: 41,2 Mio. Euro) erwirtschaftet werden, der für gemeinnützige Projektaufwendungen (vgl. Grafik Ertrags- und Aufwandsrechnung) sowie die Bildung von Rücklagen verwendet wird.
Im Rahmen der operativen Projektarbeit wurden 28,5 Mio. Euro (Vorjahr 25,8 Mio. Euro) aufgewendet, so dass ein Jahresergebnis in Höhe von 6,2 Mio Euro (Vorjahr: 15,4 Mio. Euro) erreicht wurde. Per Saldo wurden 5,1 Mio Euro (Vorjahr 15,9 Mio. Euro) den Rücklagen zugeführt.

Die verausgabten Mittel verteilen sich wie folgt auf die Satzungszwecke (in Mio. Euro, vgl. Grafik), Aufwendungen nach Satzungszweck:
- Wissenschaft und Forschung: 5,0 (Vorjahr: 4,6)
- Bildung und Erziehung: 7,1 (Vorjahr: 6,5)
- Kultur: 4,4 (Vorjahr: 3,7)
- Völkerverständigung: 6,5 (Vorjahr: 5,9)
- Altenhilfe und Wohlfahrtswesen: 5,6 (Vorjahr: 5,2)

Ausblick
Im Geschäftsjahr 2025 sieht der Haushalt Mittel in Höhe von 28,7 Mio. Euro (2024: Ist 28,5 Mio. Euro) für die operative Projektarbeit der Stiftung vor. Eine Zuführung zur freien Rücklage gemäß § 62 Abs. 1 Nr. 3 Abgabenordnung ist für das Kalenderjahr 2025 nicht geplant.