
Foto: Claudia Höhne
5. Kulturimpulse für Hamburg
Kunst und Kultur spielen in unserer Gesellschaft eine unverzichtbare Rolle als Quellen der Inspiration und des freiheitlichen Denkens. Sie ermutigen uns, neue Perspektiven einzunehmen, fördern einen lebendigen Austausch und ermöglichen uns, über Identitäten und Lebensweisen nachzudenken.
Mit unseren Kulturimpulsen unterstützen wir die Kulturszene in Hamburg; ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung des künstlerischen Nachwuchses. Als operative Stiftung initiieren wir eigene Projekte und pflegen enge Partnerschaften mit verschiedenen Kulturinstitutionen in Hamburg.
Mit der Verleihung des Boy-Gobert-Preises fördern wir jedes Jahr ein junges, herausragendes Schauspieltalent an Hamburger Bühnen. Kurt A. Körber stiftete den Nachwuchspreis 1981 zum Abschied von Boy Gobert, langjähriger Intendant des Hamburger Thalia Theater. Die Liste der ehemaligen Preistragenden umfasst renommierte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Ulrich Tukur, Michael Maertens, Annette Paulmann, Martin Wuttke und Fritzi Haberland.
2024 ging der Boy-Gobert-Preis an Dennis Svensson. Der 28-jährige Schauspieler arbeitet aktuell in der freien Szene und war zuletzt am St. Pauli Theater zu sehen. Die Jury unter dem Vorsitz des Schauspielers Burghart Klaußner schreibt zu ihrer Entscheidung: „Dennis Svensson verkörpert seine Figuren mit Lässigkeit, ohne sie vorzuführen, und bringt dabei eine Unbedarftheit mit, ein Staunen. Er kann schnoddrig-herablassend und schwärmerisch-seelenvoll spielen. Sein Spiel leuchtet.“ Bei der Preisverleihung im Rahmen einer festlichen Matinee am 1. Dezember im Thalia Theater wurde auch ein Wechsel im Vorsitz der Jury vollzogen. Für den ausscheidenden Burghart Klaußner wird zukünftig die Schauspielerin Catrin Striebeck das Amt der Jury-Vorsitzenden übernehmen.

Preisträger Dennis Svensson 
Dennis Svensson zusammen mit Luisa Krause und Sebastian Doppelbauer 
Lothar Dittmer und Dennis Svensson
Das Körber Studio Junge Regie ist eine zentrale Plattform für den Regienachwuchs aus den deutschsprachigen Hochschulen. Alljährlich reisen über 200 Studierende nach Hamburg, um ihre Theaterarbeiten zu präsentieren, sich auszutauschen, zu vernetzen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. An der Schnittstelle zwischen Studium und Einstieg in den Beruf bietet das Festival einen Einblick in aktuelle innovative Theaterformen, wie sie sich an den Hochschulen kontinuierlich entwickeln.
Die 20. Ausgabe des Körber Studios Junge Regie fand im Juni im Thalia in der Gaußstraße sowie auf der Bühne der Theaterakademie Hamburg in Barmbek statt. Anlässlich des Jubiläums widmete sich das Festival in mehreren Diskussionsrunden dem heutigen Regiebegriff. Gezeigt wurden 13 Produktionen, darunter eine Produktion aus dem Studiengang KASK-Drama aus Gent, der diesjährigen internationalen Gasthochschule des Festivals. Der mit 10.000 Euro dotierte Jurypreis ging 2024 an Giulia Giammona vom Mozarteum Salzburg für ihre bildgewaltige und musikalisch eindrucksvolle Inszenierung Penelope. Den undotierten Publikumspreis erhielt Hannah Helbig vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen für ihre Lecture Performance Strukturen und Menschen – Tagebuch einer Hospitantin 2.0.

Die Jury mit Jury-Preisträgerin Giulia Giammona und Lothar Dittmer 
Beitrag von der Universität der Künste, Essen Laura Thomas 
Das Festivalzentrum in der Gaußstraße Fabian Hammerl
In Kooperation mit der Staatsoper Hamburg bietet das Internationale Opernstudio seit 1994 jungen Gesangstalenten im Rahmen eines zweijährigen Stipendiums die Möglichkeit, ihre Ausbildung innerhalb des Opernbetriebes zu vervollständigen. Die Mitglieder des Internationalen Opernstudios wirken an den Produktionen der Staatsoper Hamburg mit und erhalten kontinuierlich individuelle Beratung und fachliche Förderung. Fester Bestandteil der Ausbildung ist die eigene Opernproduktion, die jede Saison erarbeitet wird.
2024 feierte das Internationale Opernstudio sein 30-jähriges Bestehen. Bei einem öffentlichen Meisterkurs unter der Leitung des dänischen Baritons Bo Skovhus im KörberForum erlebte das Publikum im April einen eindrucksvollen Abend. Im Juli erarbeitete das Opernstudio mit der Operette Ciboulette eine eigene Musiktheaterproduktion für die opera stabile. Sechs Sängerinnen und Sänger aus Südafrika, Irland, Kanada, USA und Deutschland bilden den im September neu beginnenden Jahrgang.
Eine Gala auf der großen Bühne der Oper mit vielen Ehemaligen und heutigen Stars war im Oktober der Höhepunkt des Jubiläums. Im Rahmen der Gala ernannte der Hamburger Senat vier international erfolgreiche Sängerinnen und Sänger, die ihre Karrieren im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg begannen, zu „Hamburger Kammersängerinnen“ bzw. „Hamburger Kammersängern“: Olga Peretyatko, Vida Miknevičiūtė, Christoph Pohl und Alexander Tsymbalyuk zählen inzwischen zu den weltweit gefragtesten Sängerinnen und Sängern ihres Fachs und sind regelmäßig an den großen internationalen Opernhäusern zu Gast.

Kent Nagano, Georges Delnon, Alexander Tsymbalyuk, Olga Peretyatko, Vida Miknevičiūtė, Christoph Pohl und Carsten Brosda Claudia Höhne/Körber-Stiftung 
Aaron Godfrey-Mayes, Marie Maidowski, Mziwamadoda Sipho Nodlayiya, Keith Klein, Grzegorz Pelutis, Aebh Kelly und William Desbiens Jörn Kipping 
Alexander Tsymbalyuk Claudia Höhne/Körber-Stiftung
Wie kann es gelingen, die Konzertkultur in Europa lebendig, vielfältig und für ein sich veränderndes Publikum auch in Zukunft attraktiv zu gestalten? Mit dem Symposium The Art of Music Education (TAoME) bieten wir in Kooperation mit der Hamburger Elbphilharmonie und begleitet durch die European Concert Hall Organisation seit 2008 alle zwei Jahre eine Plattform für den fachlichen Austausch der internationalen Konzerthaus- und Musikvermittlungsszene aus ganz Europa.
Die folgenreichste technologische Veränderung seit Jahrzehnten stand 2024 im Fokus des Symposiums. Vom 28. Februar bis zum 1. März diskutierten internationale Expertinnen und Experten in Hamburg unter dem Titel Creating Mindsets for Concert Halls über die Auswirkungen von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Musikleben. Neben fachlichem Input zu technologischen Neuerungen in Panels, Workshops und Konzerten bot die Konferenz viel Raum für den fachlichen Austausch und die Entwicklung neuer Ideen und Projekte.

Asya Fateyeva beim Konzert in der Halle 424 alle Fotos: Claudia Höhne/Körber Stiftung 
Lothar Dittmer, Anke Fischer, Christoph Lieben-Seutter, Kai-Michael Hartig 
Austauschphase während einer Workshopsession