Ohr zur Welt:
Alina Manoukian

Alina Manoukian Foto: Lili Nahapetian

Mit dem Tonbandgerät nach Armenien

Die Sängerin Alina Manoukian, die als Kind armenischer Eltern aus dem Iran nach Deutschland kam, ist Grenzgängerin zwischen den Welten. Für eine Inszenierung am Theater Göttingen beginnt sie nach der Bedeutung des Begriffs Heimat zu suchen. Dabei findet sie durch die Bearbeitung der armenischen Musik ihrer Kindheit einen neuen Zugang zu ihren fremd gewordenen Wurzeln. Sie sammelt Lieder im Familienkreis, fährt mit einem Tonbandgerät nach Armenien und trägt zusammen, was sie hört.

Aus diesen Fundstücken produziert Manoukian mit dem Gitarristen Sebastian Albert ihr Debütalbum und kreiert dabei einen ganz persönlichen Ausdruck. Mit ihrer unmittelbaren und poetischen Bearbeitung des traditionellen Materials sucht sie einen Brückenschlag zwischen den alten Melodien und moderner westlicher Musik. Im Stile des Acoustic Folk erzählt sie von Bergen, Feldern und Tälern, einsamen Hirten, der unerwiderten Liebe – und immer wieder von Sehnsucht. Durch das Einfließen eigener Übersetzungen der Lieder lässt sie das Publikum an dieser Poesie teilhaben.

Begleitet werden sie von dem Percussionisten Matthias Zentrich.

Externes Video von YouTube laden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ohr zur Welt: Alina Manoukian

Alina Manoukian

Copyright: Lili Nahapetian

Alina Manoukian ist 1975 in Teheran geboren, wuchs als Tochter armenischstämmiger Eltern in Hamburg auf. Nach einem Schauspielstudium an der UdK Berlin war sie u.a. am Maxim Gorki Theater und am Deutschen Theater in Göttingen engagiert. 2005 inszenierte sie in Göttingen das Musiktheaterstück »Fremdeln die Sterne in der Ferne« mit dem sie in Hamburg und Berlin gastierte und ebenfalls am Programm des Norddeutschen Theatertreffens teilnahm.

2012 veröffentlichte Sie mit dem Gitarristen Sebastian Albert ihr Debütalbum »Na Mi Naz Ouni« mit einem erweiterten Fundus an neu arrangierten armenischen Liedern. Ihr Auftaktkonzert gab sie im Berliner Ballhaus Naunynstraße, aufgezeichnet vom Bayerischen Fernsehen. Seitdem trat sie mit einem sich immer erweiternden Repertoire unter anderem in Paris, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln auf.

In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich immer wieder gegen Menschenrechtsverletzungen ein. Sie war Sprecherin für das Hörspiel »Republik der Verrückten« initiiert vom schwedischen Riksteatern und für das Jüdisches Museum Berlin. Außerdem arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin für Film- und Theaterproduktionen.

Sebastian Albert

Copyright: Toofan Hashemian

Sebastian Albert, geboren 1966 in Mexico-Stadt, studierte klassische Gitarre bei Wolfgang Lendle in Kassel und bei Frank Bungarten in Hannover. Nach seinem Studium ist er unter dem Namen »Gomez« als Bassist, E-Gitarrist, Komponist und Arrangeur in verschiedenen Projekten, Studio- und Theaterproduktionen tätig.

Er bleibt auch der klassischen Gitarre treu, bringt unter anderem Kompositionen für Neue Musik zur Uraufführung und entwickelt sich zu einem einfühlsamen Duo-Begleiter. Aus der Zusammenarbeit mit dem Berliner Komponisten und Violinisten René Hirschfeld sind die beiden Alben »Sonaten und Meditationen« und »Lyrics« entstanden.

Seit 2010 ist er mit der Sprecherin und Sängerin Alix Dudel unterwegs, mit der er verschiedene musikalisch-literarische Programme entwickelt. Seit 2011 arbeitet Sebastian Albert mit Alina Manoukian zusammen, 2012 erschien ihr gemeinsames Album »Na Mi Naz Ouni«. Seit 2012 spielt, arrangiert und komponiert Sebastian Albert als Gast des Kollektivs Glanz-Cortez Musik für Film- und Hörspielproduktionen, so für Jan Georg Schütte (»Leg ihn um« - 2013, »Mutter Sohn« - 2014, »Paartherapie« - 2017, »Kranitz - bei Trennung Geld zurück« - 2021). Sebastian Albert lebt und arbeitet in Hamburg.

Matt Zentrich

Copyright: Alina Manoukian

Matt Zentrich, geboren in Stuttgart, lebt seit 1990 als professioneller Schlagzeuger und Percussionist in Hamburg.

Seine musikalische Ausbildung absolvierte er bei Bodo Schopf, Andi Witte, Steve Gadd, Chad Wackermann sowie dem kubanischen Percussionisten Chanquito.

Er war engagiert in diversen Musicals u.a. bei »Der König der Löwen«, »Rocky Horror Picture Show«, »Linie 1« und »Starclub - die Story«.

Außerdem tourte er mit »Dr. Feelgood«, Eric Burdon, Robbie Williams Tribute Show, U2 Tribute Band und produzierte Alben wie »Rain for a Day«, »Sorgenbrecher« und arbeitete zusammen mit Sven Selle Trio und Kai Degenhardt. Seit vier Jahren widmet er sich der Verschmelzung zwischen akustischem Schlagzeug und Percussion, eines sogenannten »Hybrid Drum«, was aktuell in seinem Projekt »Neshama« zu hören ist.