
Foto: Fabian Hammerl
Festival 2026
Zum 22. Mal wurde Hamburg zum Treffpunkt für die Theatergeneration der Zukunft: Vom 27. bis 31. Mai 2026 zeigte das Körber Studio Junge Regie Inszenierungen von Studierenden der deutschsprachigen Regiestudiengänge, die von den Hochschulen für das Festival nominiert wurden.
Als Laboratorium für neue Theaterformen präsentiert das Festival die Vielfalt an Themen und ästhetischen Zugängen der teilnehmenden jungen Theaterschaffenden. Es bietet Raum für Austausch über Inszenierungsweisen und Arbeitsprozesse – untereinander, mit dem Publikum und mit Fachbesuchenden aus der Theaterszene.
An fünf Festivaltagen standen im Festivalzentrum im Thalia in der Gaußstraße und in der Theaterakademie am Wiesendamm 13 Inszenierungen auf dem Programm. Darunter eine Arbeit der internationalen Gasthochschule, der Faculty of Dramatic Arts der Universität Belgrad, Serbien.
Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins.
Festivalprogramm Körber Studio Junge Regie
Trailer Festival 2026
Impressionen

Jurypreis Körber Studio Junge Regie 2026 für Elisa Künast von der HfMT Frankfurt am Main für "ich vermisse sie halt schon oder die ostdeutsche Fassung bewahren" - v.l.: Elisa Künast und Eva Nemela (Vorstand Körber-Stiftung) Foto: Fabian Hammerl 
Publikumspreis Körber Studio Junge Regie 2026 für Niyousha Azari von der Theaterakademie Hamburg (HfMT) für "PostHarãm" - v.l.: Dr. Barbara Müller-Wesemann (Theaterakademie Hamburg und Mitglied der Festivalleitung) und Niyousha Azari Foto: Fabian Hammerl 
DREAMING EMMETT - a retelling/ Regie Sarah Elisabeth Braun/ HfS Ernst Busch, Berlin Foto: Sarah Estio 
ich vermisse sie halt schon oder die ostdeutsche Fassung bewahren/ Regie Elisa Künast/ HfMDK Frankfurt am Main Foto: Marvin Fuchs 
KILLJOYS/ inspiriert von Texten von Louise Bourgeois, mit Fragmenten aus Ovid, Shakespeare, 1001 Nacht/ Regie Pia Karius/ Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) Foto: Lukas Lindner 
»HURE & BASTARD«/ Dramen-Überschreibung von Schillers Maria Stuart/ Regie Nele Schillo/ Folkwang Universität der Künste Essen Foto: Merle Trautwein 
@ENDEngel55/ Regie Daniil Posazhennikov/ Zürcher Hochschule der Künste Foto: Mischa Müller 
KARAMBOLAGE/ Regie Isidora Gazmuri/ Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Gießen Foto: Julian Sorter 
Mitleidsprotokoll - every tear recorded/ Eine Collage nach Texten von Hervé Gulbert/ Regie Ruben Müller/ Otto Falckenberg Schule, Fachakademie für Darstellende Kunst der Landeshauptstadt München Foto: Sima Dehgani 
Keine Hoffnung, Baby!/ Regie Jakob Leanda Wernisch/ Max Reinhardt Seminar, Wien Foto: Luki Stüwe 
Absentee Law - قانون الغائب/Regie Abdalrahman Alqalaq, Marion Avgeris, Milena Knop/ Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur, Universität Hildesheim Foto: A.V. 
Nie wieder Frieden - Drei Bilder über das Mitmachen/ Nach Euripides - mit Texten aus der Orestie in der Übersetzung von Peter Stein/ Regie Victor Osterloh/ Universität Mozarteum Salzburg - Thomas Bernhard Institut Foto: Simon Huber 
PostHarãm/ Regie Niyousha Azari/ Theaterakademie Hamburg (HfMT) Foto: Richard Stöhr 
Eine Tür, die sich nach innen öffnet - Begehbares Verfahren/ Nach Motiven von Franz Kafka/ Regie Carolin Wirth/ Bayerische Theaterakademie August Everding Foto: Alvise Predieri 
Reasons to Live/ Regie Milan Bogdanović/ Faculty of Dramatic Arts, Belgrad Foto: Aleksa Popović
Festivalabschluss und Preise
Zum Abschluss diskutierte eine Jury aus Theaterfachleuten die Inszenierungen öffentlich und zeichnete diejenige Inszenierung aus, die sie am meisten überzeugt hat.
Der Jurypreis des Körber Studio Junge Regie 2026 geht an Elisa Künast von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt für die Inszenierung „ich vermisse sie halt schon oder die ostdeutsche fassung bewahren“. Die Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerin mit einem Produktionskostenzuschuss von 10.000 € für eine neue Regiearbeit an einem Theater.
Die Jury zur Entscheidung: „Theater ist am schönsten, wenn es bereit ist, alle Sicherheiten hinter sich zu lassen und dem geordneten Chaos die Tür zu öffnen. Elisa Künast wagt mit ihrer Inszenierung „ich vermisse sie halt schon oder die ostdeutsche fassung bewahren“ über das Szenario eines Wohnungsumzugs die Annäherung an ein verschwundenes Land. Dabei basiert die Inszenierung vor allem auf Interviews mit der Mutter und Großmutter der in Jena geborenen Regisseurin. Während das Publikum der Performerin Anna Stiede dabei hilft, die Objekte ihrer Erinnerung an die DDR zu sortieren und in Umzugskisten zu packen, transformiert sich der gesamte Bühnenraum in ein Wimmelbild des kollektiven Abschiedsprozess. Ein Abend von großer Leichtigkeit, den man als gewandelte Gemeinschaft verlässt.“
Weitere Produktionen auf der Shortlist der Jury waren „Absentee Law“, Regie Abdalrahman Alqalaq, Marion Avgeris, Milena Knop (Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur, Universität Hildesheim) und „Nie wieder Frieden“, Regie: Victor Osterloh (Universität Mozarteum Salzburg – Thomas Bernhard Institut).
Der undotierte Publikumspreis geht in diesem Jahr an „Postharãm“, Regie: Niyousha Azari, von der Theaterakademie Hamburg.
Jury 2026
Janis El-Bira / Theaterjournalist, u.a. nachtkritik.de, Deutschlandfunk Kultur
Tamira Kalmbach / Regisseurin, Teilnehmerin KSJR 2025
Kathrin Tiedemann / Künstlerische Leitung FFT Düsseldorf
Johanna Vater / Dramaturgin, Thalia Theater
Kay Voges /Regisseur, Intendant Schauspiel Köln
Moderation der öffentlichen Jurysitzung: Peter Helling / freier Kulturjournalist NDR 90,3 Hamburg Journal

Mehr erfahren
Nach den Vorstellungen laden Publikumsgespräche zum Austausch über Entstehung der Inszenierungen und Arbeitsweisen ein, moderiert von Dramaturgie-Studierenden der Theaterakademie Hamburg. Video-Interviews geben zusätzliche Einblicke in die künstlerischen Hintergründe – abrufbar hier als YouTube Playlist oder bei den Informationen zu den einzelnen Produktionen unter: thalia-theater.de/koerber
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Festivaleröffnung
Das Festival eröffnete mit einer Rede von lynn t musiol und Christian Tschirner zum Thema „Dating Unsafe Times“. lynn t musiol arbeitet als Kunstschaffende und Autor*in zur Verflechtung von Klasse und Begehren, lesbian histories und queerer Ökologie. Christian Tschirner ist Schauspieler, Autor, Regisseur und arbeitet am Deutschen Schauspielhaus als Dramaturg. Zudem forscht er am Sustainable Theater Lab des ligeti zentrum, Hamburg, zu palliativer Dramaturgie.

Workshop "Dating Unsafe Times"
Zum Auftakt fand ein zweitägiger Workshop zum Thema „Dating Unsafe Times“ statt. Unter der Leitung von Christophe Meierhans, lynn t musiol und Christian Tschirner erkundeten die Teilnehmenden neue künstlerische Praxen und solidarische Formen des Miteinanders in Zeiten verflochtener Krisen. Christophe Meierhans arbeitet in den Bereichen darstellende Kunst, Musik und Pädagogik und war u.a. Gründungsmitglied des Performance-Kollektivs C&H sowie von Extinction Rebellion Belgium. Weitere Informationen zu lynn t musiol und Christian Tschirner siehe „Festivaleröffnung“.

Internationale Kontakte
Jährlich lädt das Festival eine wechselnde europäische Universität mit einer Inszenierung außerhalb des Wettbewerbs ein. 2026 war die Faculty of Dramatic Arts (FDA) der Universität Belgrad, Serbien, mit dem Studiengang Theaterregie zu Gast. Gezeigt wurde „Reasons to Live“. Bisherige Gasthochschulen: École Supérieure d’Art Dramatique, Straßburg, die Lithuanian Academy of Music and Theatre, Vilnius, KASK, Gent, Freeszfe, Budapest, u.a.

Festivalleitung
Andreas Bloch (Thalia Theater Hamburg), Sabina Dhein, Dr. Barbara Müller-Wesemann (beide Theaterakademie Hamburg), Stephanie Lubbe (Körber-Stiftung).