Competition: Weggehen – Ankommen. Migration in der Geschichte Hermann Friedrich - Migration am Beispiel eines Wanderers
Klasse 12; Justinus-Kerner-Gymnasium
74189 Weinsberg, Baden-Württemberg, Deutschland
#2003-0561
Die Verf. erzählt die Lebensgeschichte ihres Urgroßvaters Hermann Friedrich, eines Wanderers mit politischer Motivation: 1891 in einer katholischen Familie geboren, wandte er sich vor dem Ersten Weltkrieg der SPD, 1923 der KPD, nach persönlicher Bekanntschaft mit Hitler 1927 der NSDAP zu, engagierte sich dort bei der Strasser-Richtung, trat 1929 aus, agitierte gegen die NSDAP, floh schon vor 1933 wegen angedrohter Racheakte nach Straßburg, von dort wegen Verdächtigung als deutscher Geheimdienstspitzel nach Brüssel, gründete 1934 im Saarland eine nationalsozialistische Freiheitspartei, ging nach Italien und Österreich, kehrte 1937 nach Deutschland zurück, wurde inhaftiert, nach der Freilassung Soldat, wurde schließlich nochmals in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen inhaftiert und dort Ende 1944 ermordet. Die Verf. schildert diesen Lebensweg ausführlich und differenziert und ordnet ihn in den historischen Rahmen ein. Sie konzentriert sich dabei auf die historischen, politischen und menschlichen Gründe für die Ortswechsel und reflektiert kritisch die Auswirkungen der zahlreichen Wanderungen auf die Familie und die Mitmenschen. Sie arbeitet an den verschiedenen Materialien auch die Widersprüchlichkeiten des Lebensweges heraus und stellt Überlegungen darüber an, wie weit die Migration den allgemeinen politischen Gegebenheiten und wie viel der schwierigen Persönlichkeit des Protagonisten geschuldet ist.
Literaturverzeichnis
75 S., ms., ill. mit Karten und Fotos
Quellen
Familienerzählungen, Bestände des Stadtarchivs Saarbrücken, des Staatsarchivs Sigmaringen und aus privatem Besitz, Zeitungsartikel, Sekundärliteratur, Internet