Competition: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte "Wo ist Fred?" Zur Geschichte der Arbeit im Waggonbau Ammendorf
Klasse 12; Giebichenstein-Gymnasium
06118 Halle, Sachsen-Anhalt, Deutschland
#2005-1169
Der Beitrag befasst sich mit der Arbeit im Waggonbau im Hallenser Stadtteil Ammendorf von der Zeit der sowjetischen Besatzung bis zum Ende der DDR und der Übernahme des Betriebs durch die Treuhand, die Deutsche Waggonbau-AG und schließlich das kanadische Fahrzeugbauunternehmen Bombardier, das die Produktion im Rahmen des Standortbereinigungskonzepts des Mutterkonzerns 2005 einstellte. Eingebettet in die Geschichte des VEB Waggonbau, werden die persönlichen Lebensläufe und Berufsbiografien zweier Mitarbeiter - darunter Manfred Keitel, ehemaliger Produktionsleiter, genannt "Fred" - und einer Mitarbeiterin geschildert. Die Quellengrundlage ist vielfältig und umfangreich: Der Verf. hat in den einschlägigen Archiven und Bibliotheken der Region sowie im Internet recherchiert und ausführliche Gespräche mit den Zeitzeugen geführt, die im Anhang dokumentiert sind und von einer umfassenden thematischen Kenntnis zeugen.
Literaturverzeichnis
40 S., ms., ill. mit Fotos, Abb., Dokumentenkopien und Grafiken, Anhang (56 S.): Interviewprotokolle, Anlage: CD
Quellen
Nach einer ausführlichen Einleitung zu Vorgehen, Methode und Darstellungsform - hier wird auch erklärt, warum der Beitrag "Wo ist Fred?" heißt - schildert der Verf. ausführlich die Geschichte des im Zentrum stehenden Unternehmens, beginnend mit dem Täschnergeschäft von Gottfried Lindner 1823 in Halle über die Gottfried Lindner AG in Ammendorf und den Übergang zum staatseigenen VEB-Unternehmen zu DDR-Zeiten bis zur Schließung des schließlich zum Bombardier-Konzern gehörenden Betriebes 2004/05. Dabei verbindet der Verf. die Unternehmensgeschichte mit der Industrie- und der politischen Geschichte der Region. Vor allem die jüngere Geschichte nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird immer wieder durch biografische Passagen der Zeitzeugen veranschaulicht. So werden die allgemeinen Rahmenbedingungen ebenso deutlich beschrieben wie die betriebsinternen Verhältnisse. Der Verf. erkennt die Ambivalenz der Produktionsorganisation in der DDR: Zum einen beschreibt er auf der Basis vor allem der Zeitzeugenaussagen die bürokratische Schwerfälligkeit des Managements und die Gängelung und Ausbremsung innovativer Mitarbeiter, die die politisch bedingte Statushierarchie störten, zum anderen aber ist er erstaunt über das Maß an Flexibilität und Improvisationsgeist unterhalb der Ebene rigider planwirtschaftlicher Steuerung.