Competition: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Der Nadelmann von Mündling - unterwegs für die Röglinger Nadlermeister

3. Preis
2005
Färber, Daniela
kein Tutor

Berufsschule

86655 Mündling, Bayern, Deutschland

#2005-0801

Ausgehend von der Lebensgeschichte von Johannes Appelsmeier, dem letzten Nadelmann von Mündling, untersucht die Verf. das heute verschwundene und allgemein unbekannte Berufsbild des Nadlers und Nadelhändlers im Wandel der Zeit. Die Verf. nimmt die Spur dort auf, wo 1906 durch Überbauung die Halbsölde des Johannes Appelsmeier mit dem Hausnamen "Nadelmann" verschwand. Der frühere Besitz des Nadelmannes veränderte sich seitdem grundlegend. Spuren von ihm und seinen Nachfahren sind dort nicht mehr zu finden. Durch die sorgfältige Sichtung der Literatur, die Befragung von vorwiegend älteren Zeitzeugen, deren Eltern den Nadelmann noch kannten, die Nachforschung in der Häuserchronik, das Auffinden der namentlichen Eintragung für den 1918 bei Verdun Gefallenen auf dem örtlichen Kriegerdenkmal sowie die Recherche in privaten und öffentlichen Archiven gelingt der Verf. die Rekonstruktion der Lebensgeschichte des letzten Nadelmannes ihres Heimatortes. Um den Protagonisten in seiner historischen Stellung einordnen zu können, wird in dem Beitrag ein vielfältiges Bild der Nadelherstellung, des Nadelhandels und des jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeldes entworfen. Die Verf. beschreibt die Arbeits- und Lebensbedingungen der Hausierer im Allgemeinen und der Nadler im Besonderen, erläutert die Geschichte und Technologie der Nadelherstellung, schildert die Konjunkturen und Krisen des Handwerks bis zum Zusammenbruch im späten 19. Jahrhundert und verweist auf die Spuren der Nadelherstellung in der Gegenwart ("Nadlerstraße" im benachbarten Dorf Rögling, Röglinger Nadlerbrunnen). Insgesamt gibt der Beitrag einen aufschlussreichen sozialgeschichtlichen Einblick in die Geschichte der Dörfer Mündling und Rögling.

Literaturverzeichnis

56 S., ms., ill. mit Abb., Fotos und Dokumentenkopien

Quellen

Zeitzeugeninterviews, Bestände des Augsburger Staatsarchivs und aus privatem Besitz