Competition: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Brüche - Arbeiter(-)Leben im Strukturwandel
Klasse 11; Heisenberg-Gymnasium
45964 Gladbeck, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
#2005-0776
Am Beispiel des Verschwindens von Kohleabbau und Stahlproduktion in ihrer Heimatstadt Gladbeck untersucht die Verf. den Strukturwandel im Bergbau und die Folgen für die Arbeit und die Arbeiter. Sie schildert den Niedergang und die Krise des Bergbaus, die versuchte Restrukturierung der Wirtschaft sowie die heutige Situation. Dabei fragt sie, welche Chancen der Strukturwandel Arbeitern bot, wie die Arbeitsbedingungen sich veränderten und wer die Gewinner und Verlierer der Veränderungen waren - der Arbeitslosenanteil in der Region liegt gegenwärtig bei 17%. Die materiale Grundlage ist beeindruckend vielfältig und umfassend: zahlreiche Gespräche mit Zeitzeugen, deren Biografien von dem Wandel in der Arbeitswelt geprägt worden sind, Zeitungsartikel und "Tagesschau"-Ausschnitte, Bestände des Stadtarchivs Gladbeck, Literatur, statistische Jahresberichte und Mitteilungen sowie Informationen aus dem Internet.
Literaturverzeichnis
45 S., ms., ill. mit Grafiken und Fotos, Anhang (59 S.): Glossar, Interviewtranskripte, Anlage: CD-ROM: "Ein Rundweg zur Arbeit im Strukturwandel"
Quellen
Die Verf. beginnt mit einer Darstellung der historischen Entwicklung Gladbecks von 1850 bis heute, in der sie die Formung der Ortsgeschichte von der Industriegeschichte beschreibt. Unter der Überschrift "Wer hätt' an ein solches Ende gedacht"? schildert sie anschließend detailliert die Krise und den Niedergang des Bergbaus in der Region seit Ende der 1950er Jahre, als in Gladbeck die ersten Feierschichten gefahren wurden. Dabei geht sie auch auf die Folgen der zunehmenden Technisierung ein, die einerseits zur Erleichterung der schweren Bergarbeit führte, langfristig aber den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutete. Am Beispiel der Zeitzeugen zeigt die Verf. anschaulich die Bedeutung des Endes des Bergbaus, das für die Arbeiterbiografien einschneidende Brüche (Arbeitslosigkeit, Vorruhestand, Arbeitsplatzwechsel) zur Folge hatte. Am Beispiel der Ansiedlung eines Siemens-Werkes schildert die Verf. dann den Versuch der Restrukturierung der Gladbecker Wirtschaft. Schließlich gibt die Verf. einen Überblick über die heutige Situation in der Region mit der höchsten Arbeitslosenquote Westdeutschlands. Sie kommt zu dem Schluss, dass "der Strukturwandel zu ?Brüchen' in den Leben der Zeitzeugen führte: Diese bestehen einerseits im Ende von Traditionen, Überzeugungen und Lebensweisen, andererseits ganz praktisch in der Suche nach Arbeit und den Unterschieden zwischen ?alter' und ?neuer' Arbeit".