Competition: Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte Beruf ohne Zukunft? Die Arbeit der Reifendreher
Klasse 10; Fritz-Löffler-Gymnasium, Gymnasium
01069 Dresden, Sachsen, Deutschland
#2005-0398
Die Verf. beschäftigen sich mit der Geschichte der Reifendreher in Seiffen im Erzgebirge. Das Reifendrehen ist eine Sonderform der Drechslertechnik zur Herstellung von Spielzeug, die nur in Seiffen ausgeübt wird. Ausgehend von der Krise der Spielzeugindustrie durch die Billigware aus Asien, stellen die Verf. ihre Untersuchung unter die Fragestellung, welche Perspektiven ein historisches Spezialgewerbe in der heutigen Zeit und in der Zukunft hat. Sie stützen sich dabei auf ein Gespräch mit einem bekannten Reifendreher aus Seiffen (Jg. 1935), auf Besuche des Freilichtmuseums in Seiffen und des Volkskunstmuseums in Dresden, einschlägige historische und aktuelle Literatur und Informationen aus dem Internet.
Literaturverzeichnis
31 S., ms., ill. mit einer Karte, Anhang: Fotos, Abb., Interviewprotokoll
Quellen
Die Verf. beschreiben zunächst die Entwicklung des Reifendrehens seit der Erfindung dieser Technik um 1800. Es ist wahrscheinlich, dass das Reifendrehen infolge eines Entwicklungsprozesses entstanden ist, der sich unmerklich und über einen langen Zeitraum vollzog und mit der Herstellung von kleinen Teilen für Spielzeuge begann. Anschaulich und in vielfältigen Details schildern die Verf. anschließend die Arbeit der Reifendreher vor dem Hintergrund der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei arbeiten sie auch den historischen Wertewandel heraus, dem das Produkt des untersuchten Spezialgewerbes unterliegt - vom Spielzeug zum Sammlergegenstand. Sie machen deutlich, dass der Beruf des Reifendrehers heute nicht mehr ausreicht, den Lebensunterhalt zu sichern, und fordern schließlich "eine Förderung dieser für Deutschland und Europa einmaligen Handwerkskunst [...], um vor allem die Einzigartigkeit [...] zu erhalten".